Promotionen

Annemarie Hahn
Räumliche, dingliche und menschliche Akteure. Potentiale für die Konstitution inklusiver Subjekte in (post)digitalen Bedingungen

Kristin Klein
Navigating the Present, Prototyping the Future. Ansätze für eine Kunstpädagogik nach dem Internet. (Arbeitstitel)
Im Diskurs um die sogenannte Post-Internet Art wird deutlich, wie Prozesse fortschreitender Digitalisierung, ihre technischen Bedingungen und soziokulturellen Einlassungen neue (Handlungs-)Möglichkeiten hervorbringen, die von Künstler*innen selbstverständlich genutzt und beständig weiter ausformuliert werden. Anhand ausgewählter künstlerischer Beispiele und Beobachtungen gegenwärtiger Medienkulturen und durch Einbezug aktueller kunst- und medienwissenschaftlicher Theorie werden in der Arbeit beschreibende Kategorien einer Kunst nach dem Internet identifiziert, um zentrale Aspekte aktueller Kunstproduktion, -rezeption und -distribution zu erfassen. Ziel der Arbeit, die in enger Verzahnung mit praxisbezogenen Projekten wie myow.org entsteht, ist die Ableitung von Konsequenzen für eine kunstpädagogische Praxis unter postdigitalen Bedingungen.

Gesa Krebber
Kollaboration in der Kunstpädagogik – Studien zu neuen Formen gemeinschaftlicher Praktiken unter den Bedingungen digitaler Medienkulturen. Schriftenreihe Kunst Medien Bildung, Band 4, München 2020.
Aktuell rücken Phänomene der Kollaboration ins Zentrum. Kollaboration meint Formen der Gemeinschaftlichkeit und Zusammenarbeit im digitalen Kontext, bei der eine Vielzahl von AkteurInnen komplex interagieren. In diesen meist impliziten Kollaborationsphänomenen liegt ein Transformationspotential für die Kunstpädagogik, das es zu beschreiben und zu nutzen gilt. In ihrer Analyse ermittelt Gesa Krebber einen aktuellen kunstpädagogischen Begriff von Kollaboration, der quer durch bestehende Konzepte und Kategorien greift. Was ist unser Verständnis vom lernenden und ästhetisch agierenden Subjekt? Wie fokussiert sind wir auf das Geniekonzept? Die von ihr entwickelte kollaborative Perspektive eröffnet neue Anschlüsse zu einer Vielzahl kunstpädagogischer Debatten und kunstdidaktischer Arbeitsweisen in der digitalen Medienkultur.

Willy Noll
Kunstunterricht in der Grundschule als medialer Anfangsunterricht
Das Forschungsprojekt befasst sich mit den Schnittmengen zwischen Kunst, Medien und Pädagogik im Kontext Schule. Explizit werden die Möglichkeiten der fächerübergreifenden Implementierung von Medienbildung in die Primarstufe unter dem fachspezifischen Verständnis aktueller Medienkultur erforscht.

Konstanze Schütze
Bildlichkeit nach dem Internet. Aktualisierungen für eine Kunstvermittlung am Bild. Schriftenreihe Kunst Medien Bildung, Bd. 3, München 2020.
Nie zuvor stand das künstlerische Bild in seiner Bedeutung so sehr infrage wie unter den Bedingungen der Gegenwart. Die massenhafte Produktion und Verbreitung digitaler Bilder bedingt eine strukturelle Unverfügbarkeit von Originalen und etabliert das Primat der Kopie. Obwohl der internationale Kunstmarkt nach wie vor Höchstpreise für einzelne Kunstwerke erzielt, scheint das künstlerische Bild langsam im Meer der visuellen Äußerungen unterzugehen. Büßt die Kunst damit auch ihre seismografischen Qualitäten und kritischen Potenziale ein oder kann sie ihre Rolle als Instanz gesellschaftlicher Reflektion erhalten? Die Autorin untersucht das künstlerische Bild der Gegenwart in seinen Wirkungszusammenhängen als Denkmodell und Akteur. Sie zeigt auf, wie fundamental das, was Kunsttheorie und Kunstpädagogik bisher als Einzelbild beschrieben haben, Veränderungen unterworfen ist. Dagegen setzt sie ein Verständnis von Bildergruppen und Bildkomplexen, in denen das Einzelbild heute eingebettet ist, und arbeitet das Potenzial dieser produktiven Überlagerungsverhältnisse als bodies of images heraus. Das Buch ist gleichzeitig ein leidenschaftliches Plädoyer für eine zukünftige Kunstpädagogik, die auf die veränderten Anforderungen mit neuen Werkzeugen, Strategien und Haltungen reagiert. Es bietet Impulse für kritisches kunstpädagogisches Handeln und fordert eine Aktualisierung im Umgang mit dem Bild.