Aktuelles

Vortrag von Francesca Schmidt am 19.10.2021: Digitalisierung feministisch gestalten

Abstract

Ein mögliches Digitalministerium steht mal wieder auf der politischen Agenda. Doch fehlen oft intersektionale feministische Perspektiven und Handlungsoptionen. Digitalisierung, die mittels Netzpolitik gesteuert werden soll(te), wird so oft zu einem Tool das gesellschaftliche Ausschlüsse weiter manifestiert. In dem Vortrag wird es vor allem darum gehen, welche regulativen netzpolitischen Felder es gibt und wie sie feministisch ausgedeutet werden können. Ein kurzer Blick in die Praxis der Bekämpfung von digitaler Gewalt zeigt wie wichtig intersektional feministische Ansätze für die Ausgestaltung des Internets sind.

Info

Francesca Schmidt hat in Heidelberg und Berlin Germanistik, germanistische Linguistik und Gesellschaft, Geschichte und Politik Südasien studiert und schloss mit einer Arbeit zur Erinnerungskultur in Marlene Haushofers Prosa ab. Ihr Buch „Netzpolitik. Eine feministische Einführung“ ist 2020 im Barbara Budrich Verlag erschienen. Sie ist Gründungsmitglied und Vorständin von Netzforma* e.V. – Verein für feministische Netzpolitik. Im FFBIZ e.V. ist sie ebenfalls als Vorstandin tätig.

Freie Seminarplätze – Lehrvertretung Ästhetische Theorie und Praxis

Zur dritten Belegphase können folgende Veranstaltungen im Bereich der Kunsttheorie bei Martina Leeker belegt werden, die ab dem WiSe die Lehrvertretung für Prof. Dr. Heidi Helmhold übernimmt.

Eine Anmeldung ist schon vor Beginn der dritten Belegphase per Mail bei Martina Leeker direkt möglich.

14679.0012 Künstlerische Forschung. Zwischen Wahrnehmungs-Interventionen, Wissensproduktions-Problematisierung und Spekulations-Laboren

Künstlerische Forschung ist seit Ende der 1990er Jahre en vogue und wird zugleich sehr kritisch betrachtet. Es steht in Frage, warum sie ausgerechnet im Kontext digitaler Kulturen aufkommt und was sie zu diesen beiträgt. Ausgangspunkt für diese Sondierungen ist eine Einführung in Geschichte, Theorie und Praxis Künstlerischer Forschung, die sich zwischen der Reflexion von Wahrnehmung und der Problematisierung von Wissensproduktion entfalten. Dabei ist zu fragen, welche Geschichte und welche Theorien, vor allem im Hinblick auf Wissens- und Wissenschaftsgeschichte, Künstlerischer Forschung zugrunde gelegt werden. Künstlerische Forschung wird schließlich für die Auseinandersetzung mit Methoden und Formaten von Vermittlung in digitalen Kulturen ausgewertet. Es steht in Frage, wie Kritik, Wissensgenerierung, Subjektbildung und Interventionen in die Verteilung von Sichtbarkeiten in diesen aussehen kann und welchen Beitrag Forschen mit Kunst in Spekulations-Laboren dazu einbringen könnte.

Termine: Mittwoch, 16:00 – 17:30 Uhr

14679.0019 Ästhetische Bildung im Wandel. Modern, Postmodern, Postkolonial, Postdigital = Posthuman?

Ästhetische Bildung wird gemeinhin als kulturelle Praxis verstanden, mit der durch aisthetische Erfahrungen oder durch den Umgang mit künstlerischen Produkten/Performances ein reflexives und transgressives Selbst- und Weltverhältnis entwickelt wird. Damit erhält Ästhetische Bildung eine entscheidende Rolle bei der Hervorbringung und Ausformung von „Mensch“, Subjekt, Kritik, Symbolgebrauch und Gebrauchsgeschichten von Medien sowie Vermittlung zur Welt. Diese Definition gilt seit dem 18. Jahrhundert und ist trotz aller Modifikationen äußerst langlebig. In zeitgenössischen digitalen Kulturen sie allerdings ins Wanken geraten, da sich ihre Bedingungen auf Grund von techno-humanen Kooperationsverhältnissen auflösen. Es steht in Frage, wie Mensch, Bildung, Ästhetik und Kritik/Distanznahme in dieser Lage neu gedacht werden.

Termine: Donnerstag, 14:00 – 15:30 Uhr

Mapping Post-Internet Art

We recently published a mapping of Post-Internet Art. It can be found on Mapping Post-Internet Art and Graph Commons

This cartography is part of the research project „Post-Internet Arts Education Research:“ at the Institute of Art and Art Theory, University of Cologne. The project focusses on conceptual and theoretical foundations of Post-Internet Art as art under conditions of post-digital culture. It aims to explore Post-Internet Art in its theoretical affiliations, which is differentiated and substantiated by interviews with artists and analyses of selected artworks.

The mapping you can see here was used to initially identify central topics within the Post-Internet field. It maps group exhibitions and major publications referring to Post-Internet Art from 2009-2020 by compiling exhibitions mentioning one or more keywords (such as Post-Internet, after the internet, internet aware, etc.) and exhibitions discussed in relevant publications on Post-Internet Art (e.g. Kholeif 2014, Bühler 2015, Cornell/Halter 2015, Gronlund 2017, Respini 2018 etc.). In the further course of the mapping, exhibitions were also added that do not explicitly refer to terms such as Post-Internet and Post-Digital, but primarily address questions of art and digitalization in their entanglement and beyond technocentricity.

Authors: Kristin Klein & Eva Klein, University of Cologne, Germany

Please cite as: Kristin Klein & Eva Klein (2021). Mapping of Exhibitions in the Field of Post-Internet Art, 2009-2020. Post-Internet Arts Education Research, University of Cologne, Germany. Online: http://piaer.net/cartography/

Sammelband „Post-Digital, Post-Internet Art and Education. The Future is All-Over“ veröffentlicht

Der Band „Post-Digital, Post-Internet Art and Education The Future is All-Over“, herausgegeben von Juuso Tervo, Kevin Tavin und Gila Kolb ist online erschienen. Es ist als Open Access verfügbar und kann auf der Seite Springer Link heruntergeladen werden. Damit sind nun einige Texte des Forschungsschwerpunkts Post-Internet Arts Education auch auf Englisch verfügbar.

In drei Teilen wird dem Post-Digitalen und der Kunstpädagogik nachgegangen:

Part I: How did we get here: Historical, theoretical, critical, and future oriented perspectives on post-digital and post-Internet art & education;

Part II: Why is this important for art education? Transdisciplinary networks, research, and subjectivities of the post-digital and post internet;

Part III: How can we create educational futures? Classroom and pedagogical practices examples of post-digital and post-internet art education.

Aus der Einleitung des Buches:

“The theoretical work and pedagogical examples in this book might help you to understand how this change might manifest; that is, how to shift your ideas of criticality teaching art in the post-digital, post-internet era, of the subject to sujet, and of particular understandings of what teaching and learning actually is for different generations than your own. The editors and authors of this book want to reach you, even if you see this book it in the same way Meyer’s students see emails, with our desire hope that you will make something with and from it. We hope that it not only meets new futures, but also helps to create them, again and again, even if, and especially because ‘it’s all over.”

Autor*innen: Kristin Klein, Robert W. Sweeny, jan jagodzinski, Konstanze Schütze, Aaron Knochel, Nora Sternfeld & Grégoire Rousseau, Torsten Meyer, Paula Kommoss, Gila Kolb, Manuel Zahn, Helena Schmidt, Annemarie Hahn, Timothy J. Smith, Jan G. Grünwald, Tomi Slotte Dufva und Helena Björk

Sammelband „Mikroformate“ erschienen

Seit wenigen Tagen ist der Sammelband »Mikroformate. Interdisziplinäre Perspektiven auf aktuelle Phänomene in digitalen Medienkulturen« im Kopaed-Verlag, in der Schriftenreihe der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung e.V. erschienen. Der Band wurde von Peter Moormann, Patrick Bettinger, Sandra Hofhues,  Helmke Jan Keden,  Kai Kaspar und Manuel Zahn herausgegeben und widmet sich kleinen und kurzen medialen Formen der Netzkulturen in interdisziplinärer Perspektive.

Klappentext zum Buch:

Kurztexte, Samples, GIFs, Memes, Micro Movies, Instagram-Stories und andere kleine und kurze mediale Formen genießen in den gegenwärtigen Medienkulturen Popularität. Gemein sind ihnen Verkürzungen und Verdichtungen, die in audio/visueller Form sowie textuellen Varianten erscheinen und im World Wide Web zirkulieren. Der Band nähert sich diesen aktuellen Phänomenen aus interdisziplinärer Perspektive und fasst sie als Mikroformate. Der Begriff schließt sowohl die rahmenden, medienindustriellen und institutionellen Bedingungen mit ihren Strategien der Formatierung als auch die Praktiken der Produktion, Rezeption und Kommunikation der Nutzer*innen ein.

Zentrale Fragen des Buchs sind u.a.: Was unterscheidet die gegenwärtigen Mikroformate von früheren medialen Formaten? Welche Logiken zeichnen Mikroformate im Kontext des Digitalen aus? Welche Ästhetiken kommen in aktuellen Mikroformaten zum Ausdruck? Wie zeigen sich potenziell neue Produktions- und Rezeptionspraktiken? Wie zeitigen Mikroformate mögliche neue Formen der kulturellen Sinn- und Bedeutungsproduktion? Und nicht zuletzt: Wie können wir den Mikroformaten samt ihrer Effekte pädagogisch begegnen?

Der Band versammelt theoretische Positionen, phänomenografische Studien und pädagogische Anwendungen zum Forschungsfeld der Mikroformate aus den Bereichen der Medien- und Musikästhetik, Kunst-, Medien- und Musikpädagogik sowie Medienpsychologie.

Vortrag von Martina Leeker am 22.06.2021: Kritik in digitalen Kulturen. Mit Ambivalenzen umgehen

Digitale Kulturen lassen sich als Geschichte einer äußerst ambivalenten Posthumanisierung rekonstruieren. In dieser werden Ko-Operationen erfunden und praktiziert, in denen sich technische und menschliche Agierende Handlungs- und Entscheidungsmacht teilen. Dieser Umstand wird in geisteswissenschaftlichen Narrativen oftmals als eine Option angesehen, durch die relationalen Prämissen der techno-humanen Ensembles gerechtere Gesellschaften sowie die Rettung der Erde denkbar werden zu lassen, die ob der mehr-als-menschlichen, techno-ökologischen Demut entstehen könnten. Es steht in Frage, ob diese Narrative ungewollt den hegemonialen Aspekten digitaler Kulturen zuarbeiten könnten. Die Geschichte der Posthumanisierung wäre mithin hochgradig ambivalent. Im Vortag werden an Beispielen ästhetische Praktiken vorgestellt, wie mit dieser Herausforderung in produktiver Weise umgegangen werden könnten. Diese werden als Bestandteile von Kritik und Bildung in digitalen Kulturen herausgearbeitet.

Martina Leeker ist Theater- und Medienwissenschaftlerin. Diverse Gastprofessuren und Lehraufträge, bis 2018 Senior-Researcher am „Centre for Digital Cultures“, Leuphana Universität Lüneburg. Forschungsschwerpunkte: Theater und Digitalität, digitale Kulturen, Kritik sowie Forschung mit performativen Methoden in Speculation-Labs und Wissensperformances.

Der Vortrag findet im Rahmen der Seminarreihe + Symposium „Critical Future(s) – Possible Procedures“ und der Ringvorlesung Intermedia statt.

Bildcredits: Martina Leeker

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22. Juni 2021
18:00 – 19:30 Uhr
online

Vortrag von MELT (Loren Britton & Isabel Paehr) am 01.06.2021: Fusing access, oozing barriers: trans*crip worlding as praxis

Abstract

In this lecture we present works from our arts-design practice. We will set out to activate the practice of coalescing to discuss and propose trans* and neuroqueer ways of refusing access barriers and oozing expectations. Drawing from trans* feminism, crip technoscience, embodied experiences and our arts-design practice as MELT, we attend to ritual making and material practice as a crip and trans* site of resistance. Rituals are activated throughout the video lecture as practices that reduce access barriers, change habits, slow things down, or enact community rites of passage. We refuse (as in: fuse again) and confuse (as in: reconsider assumptions) separability, and trace how materials unfold in our arts-design experiments: concrete and errors become soft, rituals disorder normative space, and cosmic rays embrace neuroqueer understandings of computing.
The lecture will be shared as a video lecture and is an invitation to embrace rituals and refusal as interrelated modes that can make space for other worlds. We will make the video lecture available for screening one week before the lecture – screening from 1 June 2021. We invite you to please watch the lecture before 8 June at 18:00 and join us then for some conversation and a ritual making session together.

Info

MELT (Loren Britton & Isabel Paehr) questions how coloniality, climate change and technological developments are intertwined and boils up insights from chemistry, crip technoscience and trans*feminism to study and set in motion transformative material-discursive processes. MELT is currently working on the Meltionary as a growing experimental directory that investigates different materials, metaphors and modes of melting.
MELT actively works against ableist language, if this is unfamiliar to you please find: more information.

Vortrag von MELT (Loren Britton + Isabel Paehr) am 08.06.2021: fusing access, oozing barriers: trans*crip worlding as praxis

In this lecture we present works from our arts-design practice. We will set out to activate the practice of coalescing to discuss and propose trans* and neuroqueer ways of refusing access barriers and oozing expectations. Drawing from trans* feminism, crip technoscience, embodied experiences and our arts-design practice as MELT, we attend to ritual making and material practice as a crip and trans* site of resistance. Rituals are activated throughout the video lecture as practices that reduce access barriers, change habits, slow things down, or enact community rites of passage. We refuse (as in: fuse again) and confuse (as in: reconsider assumptions) separability, and trace how materials unfold in our arts-design experiments: concrete and errors become soft, rituals disorder normative space, and cosmic rays embrace neuroqueer understandings of computing. 

The lecture will be shared as a video lecture and is an invitation to embrace rituals and refusal as interrelated modes that can make space for other worlds. We will make the video lecture available for screening one week before the lecture – screening from 1 June 2021. We invite you to please watch the lecture before 8 June at 18:00 and join us then for some conversation and a ritual making session together.

MELT (Loren Britton & Isabel Paehr) questions how coloniality, climate change and technological developments are intertwined and boils up insights from chemistry, crip technoscience and trans*feminism to study and set in motion transformative material-discursive processes. MELT is currently working on the Meltionary as a growing experimental directory that investigates different materials, metaphors and modes of melting.

MELT actively works against ableist language, if this is unfamiliar to you please find: more information.

Der Vortrag findet im Rahmen der Seminarreihe + Symposium „Critical Future(s) – Possible Procedures“ und der Ringvorlesung Intermedia statt.

Bildcredits: MELT

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08.06.2021
18:00 – 19:30 Uhr

ON/LIVE Das Theater der Digital Natives vom 26.-30.05.2021: Symposium und OPEN CALL für Lightningtalks

Das Internet steckt voller Informationen. Merkwürdiges und Großartiges sind hier zu finden – und ihr genaues Gegenteil. Über unsere Smartphones füttern wir das Netz mit immer mehr Daten und tragen diese überall mit uns herum. Lustige Memes in unserer Timeline reißen uns plötzlich aus dem Alltag. Wir vernetzen uns mit anderen und fühlen uns vielleicht weniger allein. Wir sind unsere eigene Produzent*innen auf Plattformen, die wir als öffentliche Bühnen bespielen und bei denen wir zuschauen. Wir sind schon lange hybrid – im Theater, in der Schule und unterwegs in der Stadt. Aber worin bestehen sie genau, unsere digitalen und hybriden Praktiken? Welche digitalen Techniken und Spiele helfen uns in Krisenzeiten? Was müssen wir noch lernen, um wirklich zusammen online zu sein? Und was sollten wir dringend verlernen, damit Theater, Schule und Internet zu besseren Orten werden?

Das Symposium ON/LIVE befragt in seiner 6. Ausgabe spielerisches Lernen und Verlernen in der hybriden Gegenwart. Künstler*innen, Lehrer*innen, Techniker*innen und Aktivist*innen tauschen praktische Skills und entwickeln Visionen vom Zusammenleben im und mit dem Internet. Und soweit es die pandemische Situation zulässt, so werden wir versuchen, sie mit zeitgemäßen künstlerischen Formaten zu überlisten, um mal wieder echten Theater-Spaß zu haben!

Und – OPEN CALL – es gibt die Möglichkeit ganz aktiv eigene Impulse zum Thema „Verlernen lernen“ in das Symposium in Form eines Lightningtalks einzubinden:
Gesucht sind Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Pädagog*innen, Schüler*innen und andere Digital Natives, die Lust haben, in kurzen Videos Einblicke in ihren Alltag, ihre Projekte und Ideen zum Thema VERLERNEN LERNEN zu geben. Alle Infos zur Teilnahme findet ihr hier:
https://fft-duesseldorf.de/open-call-lightningtalks/

Von und mit: machina eX, andcompany&Co, TKV (Yana Thönnes, Janne Kummer und Leoni Voegelin), James & Priscilla, Leonie Bramberger & Maria Huber, Martin Schick, Sarah Fartuun Heinze, Juan Guse, Christiane Hütter, Caspar Weimann u.v.m.

ON/LIVE ist eine Veranstaltung des FFT Düsseldorf in Kooperation mit dem Institut für Kunst und Kunsttheorie und dem Lehrstuhl Ästhetische Bildung der Universität zu Köln. Im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
https://fft-duesseldorf.de/on-live-2021/

Bildcredits: FFT Düsseldorf

Vortrag von Torsten Meyer am 12.05.2021: Ein neues Sujet für Kunstpädagogik und Ästhetische Bildung

Abstract

Seit einigen Jahren schwappen grundlegende Ideen neuerer theoretischer Strömungen im Kontext von Actor Network Theory, Spekulativem Realismus, Object Oriented Ontology und Posthumanismus über in die Subjekttheorien und damit auch in die Theorie(n) der Ästhetischen Bildung. Das trifft sich mit der Vermutung, dass die humanistische Konzeption des Subjekts und das damit verbundene Verständnis von Bildung in der Moderne nicht mehr kompatibel sind mit den wesentlich auf kollaborativen und netzwerkförmigen sozio-technischen Prozessen beruhenden Bildungspraktiken, die seit einiger Zeit in den globalen, digitalen Kommunikationsnetzen zu beobachten sind. Veränderte Medialität führt zu veränderter Subjektivität.

Vor diesem Hintergrund soll im Vortrag eine Idee plausibel gemacht werden, die nicht nur die menschlichen Individuen als Subjekte in ihren Selbst- und Weltverhältnissen in den Blick nimmt, sondern auch die Objekte, die „Sachen“ und die „Dinge“, die die Bildungsprozesse im wahrsten Sinn des Wortes be-dingen, beachtet und vor allem auch die Tatsache berücksichtigt, dass die menschlichen Individuen in diesen Bildungsprozessen vor allem im Plural auftauchen.

Info

Torsten Meyer (*1965), Dr. phil., Professor für Kunst und Ihre Didaktik, Schwerpunkt aktuelle Medienkultur an der Universität zu Köln. Studium der Erziehungswissenschaft, Soziologie, Philosophie und Kunst in Hamburg und Lüneburg. Arbeitsschwerpunkte: Post-Internet Art Education, Next Art Education, Globalisierung & Digitalisation, Schul- und Hochschulentwicklung im Horizont grundsätzlich veränderter Medienkultur. medialogy.de

Vortrag von Natalie Loveless am 12.05.2021: Situated Practices in Precarious Times

Abstract

In this lecture Loveless explores the role art can play in attuning us differently within the convergence of crises that govern this time. Grounded in a return to Haraway’s germinal 1988 essay “Situated Knowledges: the Science Question in Femimism and the Privilege of Partial Perspective,” this talk will examine feminist, ecologial performance art as a modality that prioritizes aesthetic and affective spaces within which we not only reflect on what is so, but imagine and model things otherwise. Highlighting the importance of a multi-sensorial and multi-species understanding of ecological ethics, Loveless argues for the value of artistic practices that denaturalize the relationalities that govern our current extractivist systems of exploitation and power, seeding the critical and speculative imaginations needed to trouble our current ways of living and dying.

Info

Natalie S. Loveless is an artist and academic located at the University of Alberta’s Department of Art and Design (Canada), where she teaches in the History of Art, Design and Visual Culture, directs the Research-Creation and Social Justice CoLABoratory, and co-leads the Faculty’s Signature Area in Research-Creation. Loveless is author of How to Make Art at the End of the World: A Manifesto for Research-Creation (Duke UP 2019), editor of Knowings and Knots: Methodologies and Ecologies in Research-Creation (University of Alberta Press 2019), and co-editor of Responding to Site: The Performance Work of Marilyn Arsem (Intellect Press 2020). She is currently working on Speculative Energy Futures, a collaborative interdisciplinary curatorial project on energy transition. Loveless has held fellowships and visiting positions in the Centre for Interdisciplinary Studies in Society and Culture (CISSC) at Concordia University in Montreal, the Center for the Humanities at the University of Utrecht, and Western University, London Ontario. In 2020 Loveless was elected to the Royal Society of Canada (College of New Scholars, Artists, and Scientists) for her scholarship at the intersection of research-creation and social and ecological justice.

Workshop by Sylke Rene Meyer am 12.05.2021: Low Tech and Lo-Fi — Resisting a Discourse of Mastery

Advancements in technology are often perceived as drivers for social progress. At the same time, technology frequently enables a minority to wield power over non-Western, non-white, and non-heteronormative masculine communities that have only limited access to advanced technologies. What Lyotard terms the phallocracy of high tech actually disenfranchises most of the world’s population while putting forth an ideology of superiority. Under the pretense of data neutrality, superior intelligence, and high-tech mastery, this ideology prevents ‘other’ voices from being heard.

The workshop suggests a user-centric approach towards prototyping as artistic practice. Without dismissing high-tech’s power, we will think about prototyping as a process towards final implementation. The narrative forms produced in a low-fi environment shall be perceived as temporal perfections. Low-fi is participatory, fast, and allows for unalienated creation. It is participatory by avoiding the intimidation of high tech and expert cultures, as well as the economic restriction of access to expensive technology. It is fast by allowing for rapid creative response to social contradictions of the moment. It is unalienated because it enables the creator(s) to understand and perform each step of the production process. Free from isolating divisions of labor and the fragmentation of the creative process in hierarchical production, low tech/low-fi cultures offer a practice of collaborative and participatory processes.

Sylke Rene Meyer is a writer, director, media artist, performer, educator, and co-founder of the interactive performance group Studio206, and The Family Room Collective in Los Angeles. Her practice is informed by and engages with film, media history, theory, and criticism, and encompasses feature and documentary filmmaking, as well as writing and collaborative experimentation across theater, new media, and digital platforms. Her work has garnered numerous awards such as an Emmy Award, and Best Film Awards at major festivals such as Seattle, Chicago, and Montreal. She is a professor of Creative Writing, and the director of the Institute for Interactive Arts, Research, and Technology at the California State University in Los Angeles.

Der Workshop ist Teil der Veranstaltungsreihe ›Studio, Art and Research‹ und findet via Zoom statt. Die Kurssprache ist Englisch und Deutsch.

Bitte melden Sie sich bei Interesse zur Teilnahme bei mareen.mueller@uni-koeln.de an. Die Teilnehmer*innenplätze sind begrenzt.

DETAILS

12.05.2021
18:00 – 19:30 Uhr
Studio Art and Research