Ringvorlesung Master Intermedia
Di, 04.12.2018 | 18:00 Uhr
Institut für Kunst und Kunsttheorie | Block B | .theater
R 2.212 | Gronewaldstraße 2 | Köln

Das Musikvideo im Jahr 2018 lässt einige interessante Beobachtungen zu. Zum einen sind Tendenzen und Transformationen auszumachen, die zunehmend die Bildwelten der Netzkultur inkorporieren. Zum anderen entstehen zeitgleich zur ästhetischen Ausrichtung im zeitgenössischen Kino und „Quality-TV“ zahlreiche Musikvideos, die durch das Heranzitieren von Bildkompositionen und -störungen der 1980er und 1990er Jahre die Idee und Ästhetik einer „analogen Nostalgie“ nahelegen. Die Frage nach der zumeist marginalisierten Rolle der immerhin vorgelagerten Musik soll im Vortrag nicht zu kurz kommen, zumal sich in aktuellen Musikproduktionen die oben genannten Phänomene simultan finden lassen. Angesichts neuer Musikvideotypen, etwa in Form des unabgeschlossenen Werkes, muss auch diskutiert werden, inwieweit althergebrachte Forschungsmodelle hinsichtlich der Kategorisierung und Struktur-Analyse von Musikvideos noch greifen. Der Vortrag gibt anhand zahlreicher Musik- und Videobeispiele einen Überblick zu aktuellen Tendenzen und Transformationen.
Niclas Stockel ist seit 2016 Lehrkraft für besondere Aufgaben im „Intermedia“-Studiengang der Universität zu Köln. Geschichte, Analyse sowie Produktion und Ausgestaltung von Musikvideos sind neben der Behandlung von Musik in Film und „Quality-TV“-Serien die Schwerpunkte seiner Lehrveranstaltungen. Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Münster und Mainz. Seit 2016 Promotion zum Thema „Musikvideo 2.0“. Zudem aktiver Musiker und Musikvideo-Produzent.
Kunstpädagogische Positionen
Mi, 28.11.2018 | 16 Uhr
Institut für Kunst & Kunsttheorie | Block B | .theater
R 2.212 | Gronewaldstraße 2 | Köln

Fabian Ginsberg stellt seinen 2015 erschienenen Essayband „Quallenkopf – Der Tausch von Verwandlung“ vor. Besonderes Augenmerk wird auf das Konzept des Index der Intentionalität gerichtet. Die praktische Seite des Vortrags geht den Bedingungen des ärgerlichen Problems nach, dass entweder die Öffentlichkeit, in die eine Nachricht tritt, von ihr zuvor hergestellt worden, oder der Öffentlichkeit die Nachricht bereits bekannt sein muss. Die theoretische Seite des Vortrags ersetzt die ästhetische Perspektive durch eine epistemologische und begreift Kunst als ein metonymisch mit anderen Bereichen der Wirklichkeitsherstellung verbundenes Feld, das geeignet ist, um von hier aus symbolische Formen metakritisch zu betrachten. Die unserer Vorstellungswelt der sogenannten Wirklichkeit zugrundeliegenden epistemologischen Modelle hinken dem vorhandenen Wissen hinterher. Die Bilder, Modelle oder Formen, die für die alltägliche Erfassung dieser Wirklichkeit benutzt werden, sind nicht nur ungenügend – sie täuschen. Während die Alltagspsychologie ihr Welt- und Menschenbild aus jahrhundertealten Modellen mixt, nutzen avanciertere Modelle des Wirklichen die verschiedenen Erklärungslücken und Kategorienfehler aus, um asymmetrische Tauschverhältnisse zu etablieren. Eine Kritik dieser Bilder kann nicht nur an der Oberfläche des Dargestellten bleiben, sondern muss die Herstellung der Darstellung untersuchen, um dann, im besten Fall, auf die Kritik ganz zu verzichten und neue Darstellungen herzustellen.
Fabian Ginsberg (1983) studierte Freie Bildende Kunst in Mainz und Düsseldorf. Er veröffentlichte die Bücher „Quallenkopf – Der Tausch von Verwandlung“ (2015) Textem Verlag, „Der Lügenwirt“ (2016) Textem Verlag, „Organisation 1 & 2“ (2018) Kerber Verlag und „Strategien der Aufstandsbekämpfung – Antiimperialistische Kunst in Baden-Württemberg“ (2018) Verlag der Stadt Villingen-Schwenningen. Er lebt in Berlin.
Freitag, 16.11.2018 | 18.00-21.00 Uhr
NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am 16. November 2018 laden wir zum zweiten Abend der Veranstaltungsreihe Art & Algorithms ein. Wir haben die Künstlerin Cornelia Sollfrank zu Gast, die ihre Arbeit in einem Vortrag präsentieren und zusammen mit Michael Seemann (Kulturwissenschaftler, Berlin) diskutieren wird. Es moderiert Manuel Zahn (Universität zu Köln).
Die wachsende Menge an Daten und Informationen erfordert Strategien diese sinnvoll zugänglich zu machen. Während standardisierte und monopolisierte Verfahren der Suche täglich ihre Vorstellung von Welt hervorbringen, entwickeln Künstler*innen ihre eigenen Kriterien und Methoden, um in der digitalen Kultur Bedeutung zu produzieren und Handlungsfähigkeit zu erproben. Dabei kommen sowohl experimentelle Algorithmen zum Einsatz als auch kontingente Praktiken gemeinschaftlicher Entwicklung, Pflege und Nutzung informationeller Ressourcen.
In ihrem Vortrag wird die Künstlerin Cornelia Sollfrank Beispiele aus ihrer eigenen künstlerischen Praxis sowie ihrer Forschung im Bereich digitaler Commons vorstellen und diskutieren. Der Netzkunstgenerator (net.art generator), ein Computerprogramm, das die Grundfrage nach der schöpferisch-kreativen Fähigkeit von Maschinen schon lange vor der aktuellen Debatte künstlicher Intelligenz stellte und damit nicht nur die Grenzen des Urheberrechst deutlich machte, gibt den Anstoß, digitale Ressourcen nicht nur als Konsumprodukt zu verstehen, sondern als Anlass, neue konnektive Formen zu entwickeln. Die Idee der Commons dient als Inspiration für künstlerische Projekte, die sich keinesfalls als Lösungen, sondern vielmehr als Räume der Ambivalenz verstehen.
Cornelia Sollfrank (PhD) ist Künstlerin, Forscherin und Lehrende und lebt in Berlin. Wiederkehrende Themen ihrer Arbeit in und über digitale Medien und Netzkulturen sind künstlerische Infrastrukturen, neue Formen der (politischen) Organisierung, Autorschaft und geistiges Eigentum, Gendertheorie und feministische Praxis insbesondere Technofeminismen. Sie war Mitbegründerin der Kollektive frauen·und·technik, -Innen und Old Boys Network und ist zur Zeit als Forscherin im Projekt „Creating Commons“ an der Zürcher Hochschule der Künste tätig. Ihr Buch „Die schönen Kriegerinnen. Technofeministische Praxis im 21. Jahrhundert” ist soeben bei transversal texts in Wien erschienen. Weiterführende Informationen auf ihrer Homepage: artwarez.org
Michael Seemann, geboren 1977, studierte Angewandte Kulturwissenschaft in Lüneburg. Seit 2005 ist er mit verschiedenen Projekten im Internet aktiv. Anfang 2010 begann er das Blog CTRL-Verlust zuerst bei der FAZ, seit September auf eigene Faust, in dem er über den Verlust der Kontrolle über die Daten im Internet schreibt. Seine Thesen hat er im Oktober 2014 auch als Buch veröffentlicht: Das Neue Spiel, Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust. Normal bloggt er unter mspr0.de, podcastest unter wir.muessenreden.de und schreibt unregelmäßig für verschiedene Medien wie RollingStone, ZEIT Online, SPEX, SPIEGEL Online, c’t und das DU Magazin. Er unterrichtet verschiedene Seminare an der Universität zu Köln und der Universität der Künste in Berlin. 2016 war er als Sachverständiger zum Thema Plattformregulierung im Bundestag. Er hält Vorträge zu den Themen Whistleblowing, Datenschutz, Urheberrecht, Internetkultur, Plattformen und die Krise der Institutionen in Zeiten des digitalen Kontrollverlusts. Seit 2017 ist er im Aufsichtsrat des Grimme Forschungskollegs. Siehe auch: http://www.michaelseemann.de
Die Veranstaltungsreihe Art & Algorithms wird von Prof. Manuel Zahn (Universität zu Köln) und Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut) in Kooperation mit dem NRW-Forum, Düsseldorf durchführt. Gefördert wird die Reihe vom Grimme-Forschungskolleg an der Universität zu Köln.
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es unter:
grimme-forschungskolleg.de/portfolio/art-algorithms-2018
facebook.com/events/1336358826496453/
nrw-forum.de/veranstaltungen/art-algorithms
Zeit-Genossen erleben die Welt gleichzeitig, sie befinden sich in einer raum-zeitlich gemeinsamen Welt, deren Größe – sowohl räumlich wie zeitlich – von der Beschaffenheit der jeweils geschäftsführenden Kommunikations- und Informationsmittel abhängig ist. Sie sozialisieren sich gegenseitig und bilden miteinander und füreinander Umwelt und System. Innerhalb solcher Zeit-Genossenschaften entstehen neue Ideen, neues Wissen, neue Kunst und andere Artefakte menschlicher Einbildungskraft.
Zurzeit wächst auf der Plattform aktueller Medientechnologie ein weltweiter Raum des Austauschs als Medium einer globalen Zeitgenossenschaft. Die von allen geteilte Welt produziert ein großes und wirkmächtiges Jetzt. Hier entsteht die nächste Kunst.
Im Vortrag werden Verknüpfungen von mediologischen, kunst-, medien-, kommunikations- und kulturwissenschaftlichen Ansätzen mit pädagogischen Fragestellungen hergestellt und Konsequenzen für eine Next Art Education aufgezeigt.
Torsten Meyer (*1965), Dr. phil., Professor für Kunst und Ihre Didaktik, Schwerpunkt aktuelle Medienkultur an der Universität zu Köln. Studium der Erziehungswissenschaft, Soziologie, Philosophie und Kunst in Hamburg und Lüneburg. Arbeitsschwerpunkte: Next Art Education, Globalisierung & Digitalisation, Schul- und Hochschulentwicklung im Horizont grundsätzlich veränderter Medienkultur. medialogy.de
Der Vortrag geht von der These aus, dass sich in der Digitalwirtschaft immaterielle kulturelle Produkte mühelos vervielfältigen lassen. Zudem sind sie leicht von anderen nutzbar und ihrer Anwendung unbegrenzt. Erfolgreich im Sinne des immateriellen Kapitalismus ist heute dementsprechend, wer durch Kontrollapparate diese Produkte vorenthält und somit künstlich Knappheit herstellt. Digitale Künstlerinnen wie Cornelia Sollfrank haben das schon vor Jahren verstanden. Mit ihrem Werk „net.art generator“ hat sie bereits 2000 ein Programm veröffentlicht, das Netz-Kunst auf Knopfdruck herstellt. Damit greift sie die Knappheit selbst an und führt den Kapitalismus ad absurdum.
Michael Seemann studierte Angewandte Kulturwissenschaft in Lüneburg. Seit 2005 ist er mit verschiedenen Projekten im Internet aktiv. Anfang 2010 begann er das Blog CTRL-Verlust zuerst bei der FAZ, seit September auf eigene Faust, in dem er über den Verlust der Kontrolle über die Daten im Internet schreibt. Seine Thesen hat er im Oktober 2014 auch als Buch veröffentlicht: Das Neue Spiel, Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust. Normal bloggt er unter mspr0.de, podcastest unter wir.muessenreden.de und schreibt unregelmäßig für verschiedene Medien. Er unterrichtet verschiedene Seminare an der Universität zu Köln und der Universität der Künste in Berlin. 2016 war er als Sachverständiger zum Thema Plattformregulierung im Bundestag. Er hält Vorträge zu den Themen Whistleblowing, Datenschutz, Urheberrecht, Internetkultur, Plattformen und die Krise der Institutionen in Zeiten des digitalen Kontrollverlusts. michaelseemann.de
In ihrem Vortrag stellt Cornelia Sollfrank Beispiele aus ihrer eigenen künstlerischen Praxis sowie ihrer Forschung im Bereich digitaler Commons vor und diskutiert sie. Der Netzkunstgenerator (net.art generator), ein Computerprogramm, das die Grundfrage nach der schöpferisch-kreativen Fähigkeit von Maschinen schon lange vor der aktuellen Debatte künstlicher Intelligenz stellte und damit nicht nur die Grenzen des Urheberrechst deutlich machte, gibt den Anstoß, digitale Ressourcen nicht nur als Konsumprodukt zu verstehen, sondern als Anlass, neue konnektive Formen zu entwickeln. Die Idee der Commons dient als Inspiration für künstlerische Projekte, die sich keinesfalls als Lösungen, sondern vielmehr als Räume der Ambivalenz verstehen.
Cornelia Sollfrank (PhD) ist Künstlerin, Forscherin und Lehrende und lebt in Berlin. Wiederkehrende Themen ihrer Arbeit in und über digitale Medien und Netzkulturen sind künstlerische Infrastrukturen, neue Formen der (politischen) Organisierung, Autorschaft und geistiges Eigentum, Gendertheorie und feministische Praxis insbesondere Technofeminismen. Sie war Mitbegründerin der Kollektive frauen·und·technik, -Innen und Old Boys Network und ist zur Zeit als Forscherin im Projekt „Creating Commons“ an der Zürcher Hochschule der Künste tätig. Ihr Buch „Die schönen Kriegerinnen. Technofeministische Praxis im 21. Jahrhundert” ist soeben bei transversal texts in Wien erschienen. artwarez.org
Fr, 12.10.2018 | 18.00 – 21.00 Uhr
NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Am 12. Oktober 2018 startet die Veranstaltungsreihe Art & Algorithms, die an drei Abenden im NRW-Forum Düsseldorf jeweils eine künstlerische Arbeit zum Thema Big Data präsentieren und diskutieren wird.
In der ersten Veranstaltung haben wir den Künstler Florian Mehnert zu Gast, der in den letzten Jahren immer wieder in seinen künstlerischen Arbeiten – u.a. Waldprotokolle (2013), Menschentracks (2014), THE BEAUTY OF PRIVACY (2017) und zuletzt FREIHEIT 2.0 (2016-2018) – die Sichtbarmachung und Kritik von Big Data Phänomenen zum Thema gemacht hat. Er wird seine Arbeit in einem Vortrag präsentieren und zusammen mit Michelle Adolfs (jfc Medienzentrum e.V., Köln) und Jun.-Prof. Dr. Patrick Bettinger (Universität zu Köln) diskutieren. Es moderiert Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut).
Florian Mehnert begreift als Künstler die „Auseinandersetzung mit der vernetzten Welt, der Digitalisierung unseres Lebens und dem Spannungsverhältnis zu unserer Privatsphäre“ als ein „zentrales Thema der gesellschaftlichen Entwicklung“: „FREIHEIT 2.0 ist eine partizipative Kunstinstallation, … eine initiierte künstlerische Form der offenen Diskursplattform, die die Einflüsse und Veränderungen durch die Digitalisierung auf die Gesellschaft hinterfragt und untersucht.“ Mehr Informationen zu den Arbeiten von Florian Mehnert unter: www.florianmehnert.de
Michelle Adolfs koordiniert am jfc Medienzentrum in dem Projekt MAiN die Entwicklung und Implementierung eines digitalen Ausstellungs- und Beteiligungstools für die kulturelle Bildung. Nach ihrem Studium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Kunst ist sie als Konzepterin, Künstlerin und Diplom-Pädagogin bereits lange Jahre im Bereich Kunst und Internet, Medienproduktion und Bildung unterwegs. www.jfc.info
Dr. Patrick Bettinger ist Juniorprofessor für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung an der Universität zu Köln. Er beschäftigt sich unter anderem mit qualitativen Methoden und Methodologien der Sozial- und Medienforschung (insbesondere praxis- und diskursanalytischen Ansätzen) sowie Lern- und Bildungsprozessen im Kontext digitaler Medialität.
www.patrick-bettinger.de
Die Veranstaltungsreihe Art & Algorithms wird von Prof. Manuel Zahn (Universität zu Köln) und Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut) in Kooperation mit dem NRW-Forum, Düsseldorf durchgeführt. Gefördert wird die Reihe vom Grimme-Forschungskolleg an der Universität zu Köln.
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es unter:
www.grimme-forschungskolleg.de/portfolio/art-algorithms-2018/
www.facebook.com/events/1336358826496453/
www.nrw-forum.de/veranstaltungen/art-algorithms
Die Veranstaltungsreihe Art & Algorithms präsentiert und diskutieret an drei Abenden im NRW-Forum Düsseldorf jeweils eine künstlerische Arbeit zum Thema Big Data. In der ersten Veranstaltung am 12. Oktober 2018 war der Künstler Florian Mehnert zu Gast, der in den letzten Jahren immer wieder in seinen künstlerischen Arbeiten – u.a. Waldprotokolle (2013), Menschentracks (2014), THE BEAUTY OF PRIVACY (2017) und zuletzt FREIHEIT 2.0 (2016-2018) – die Sichtbarmachung und Kritik von Big Data Phänomenen zum Thema gemacht hat. Er diskutierte seine Arbeit zusammen mit Michelle Adolfs (jfc Medienzentrum e.V., Köln) und Jun.-Prof. Dr. Patrick Bettinger (Universität zu Köln). Es moderierte Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut).
Die Veranstaltungsreihe Art & Algorithms wurde von Prof. Manuel Zahn (Universität zu Köln) und Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut) in Kooperation mit dem NRW-Forum, Düsseldorf durchführt. Gefördert wurde die Reihe vom Grimme-Forschungskolleg an der Universität zu Köln.
Michelle Adolfs koordiniert am jfc Medienzentrum in dem Projekt MAiN die Entwicklung und Implementierung eines digitalen Ausstellungs- und Beteiligungstools für die kulturelle Bildung. Nach ihrem Studium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Kunst ist sie als Konzepterin, Künstlerin und Diplom-Pädagogin bereits lange Jahre im Bereich Kunst und Internet, Medienproduktion und Bildung unterwegs. Sie wird kreative Methoden und Vermittlungsmethoden rund um den Umgang mit Algorithmen und Big Data vorstellen, die das jfc Medienzentrum seit 2014 entwickelt hat. bigdata.jfc.info
Die Veranstaltungsreihe Art & Algorithms präsentiert und diskutieret an drei Abenden im NRW-Forum Düsseldorf jeweils eine künstlerische Arbeit zum Thema Big Data. In der ersten Veranstaltung am 12. Oktober 2018 war der Künstler Florian Mehnert zu Gast, der in den letzten Jahren immer wieder in seinen künstlerischen Arbeiten – u.a. Waldprotokolle (2013), Menschentracks (2014), THE BEAUTY OF PRIVACY (2017) und zuletzt FREIHEIT 2.0 (2016-2018) – die Sichtbarmachung und Kritik von Big Data Phänomenen zum Thema gemacht hat. Er diskutierte seine Arbeit zusammen mit Michelle Adolfs (jfc Medienzentrum e.V., Köln) und Jun.-Prof. Dr. Patrick Bettinger (Universität zu Köln). Es moderierte Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut).
Die Veranstaltungsreihe Art & Algorithms wurde von Prof. Manuel Zahn (Universität zu Köln) und Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut) in Kooperation mit dem NRW-Forum, Düsseldorf durchführt. Gefördert wurde die Reihe vom Grimme-Forschungskolleg an der Universität zu Köln.
Dr. Patrick Bettinger ist Juniorprofessor für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung an der Universität zu Köln. Er beschäftigt sich am Department für Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Humanwissenschaftlichen Fakultät aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive unter anderem mit qualitativen Methoden und Methodologien der Sozial- und Medienforschung (insbesondere praxis- und diskursanalytischen Ansätzen) sowie Lern- und Bildungsprozessen im Kontext digitaler Medialität. patrick-bettinger.de
Der für diesen Vortrag von der Künstlerin Cécile B. Evans geliehene Titel „Hyperlinks or it didn’t happen“ verweist auf veränderte Bedingungen von Kunst nach der Alltäglichwerdung des Internets. Die Zirkulation von Bildern und medialem Content in erhöhter Geschwindigkeit und Dichte und mit mehr Teilnehmer*innen als je zuvor ist ein wesentliches Strukturmoment, das auf Produktion, Dissemination und Rezeption von Kunst Einfluss nimmt. Bedeutung wird nicht nur durch Künstler*innen und Betrachter*innen hergestellt, sondern zerstreut sich in die Netze, zittert hinter Like-Buttons und (re)materialisiert sich in White Cubes und Artist Talks, mit dem Wissen um Verbreitungsmöglichkeiten im Internet. Rekontextualisierungen und Übersetzungsprozesse von physischen in virtuelle Räume und zurück bilden wichtige Rahmungen künstlerischer Arbeiten. Wenn darüber hinaus nun auch Algorithmen mitrechnen und Bilder per Face Tracking zurückblicken, stellen sich für die Kunst einige Fragen neu: Der Fokus verschiebt sich verstärkt von Einzelphänomenen auf Beziehungsgefüge, in denen Kunst hergestellt, referenziert wird, sich manifestiert. Im Vortrag wird an ausgewählten Beispielen gezeigt, welche Strategien Künstler*innen vor dem Hintergrund zirkulierender Contents entwickeln und wie sie die komplexe Gegenwart navigieren.
Kristin Klein ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln, aktuell im Projekt Post-Internet Arts Education Research:. Sie studierte Kulturwissenschaft, Kunstpädagogik, Philosophie, Germanistik und Bildungswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, der TU Dresden und der Boston University.
Forschungsinteressen: Kunst nach dem Internet, Kunstpädagogik im Kontext postdigitaler Kulturen, Zukunftsentwürfe in aktueller Kunst, Schulentwicklung und Bildungstheorie, Speculative Design.
Promotionsprojekt: Navigating the Present, Prototyping the Future. Ansätze für eine Kunstpädagogik nach dem Internet. (Arbeitstitel)
Ringvorlesung Master Intermedia
Di, 03.07.2018 | 18:00 Uhr
Institut für Kunst und Kunsttheorie | Block B | .theater
R 2.212 | Gronewaldstraße 2 | Köln

Aaron Graham, „HAIR STRAIGHTENER USED TO COOK INDIVIDUAL PIECE OF BACON“, 2012.
Der für diesen Vortrag von der Künstlerin Cécile B. Evans geliehene Titel Hyperlinks or it didn’t happen verweist auf veränderte Bedingungen von Kunst nach der Alltäglichwerdung des Internets. Die Zirkulation von Bildern und medialem Content in erhöhter Geschwindigkeit und Dichte und mit mehr Teilnehmer*innen als je zuvor ist ein wesentliches Strukturmoment, das auf Produktion, Dissemination und Rezeption von Kunst Einfluss nimmt.
Bedeutung wird nicht nur durch Künstler*innen und Betrachter*innen hergestellt, sondern zerstreut sich in die Netze, zittert hinter Like-Buttons und (re)materialisiert sich in White Cubes und Artist Talks, mit dem Wissen um Verbreitungsmöglichkeiten im Internet. Rekontextualisierungen und Übersetzungsprozesse von physischen in virtuelle Räume und zurück bilden wichtige Rahmungen künstlerischer Arbeiten. Wenn darüber hinaus nun auch Algorithmen mitrechnen und Bilder per Face Tracking zurückblicken, stellen sich für die Kunst einige Fragen neu: Der Fokus verschiebt sich verstärkt von Einzelphänomenen auf Beziehungsgefüge, in denen Kunst hergestellt, referenziert wird, sich manifestiert. Im Vortrag wird an ausgewählten Beispielen gezeigt, welche Strategien Künstler*innen vor dem Hintergrund zirkulierender Contents entwickeln und wie sie die komplexe Gegenwart navigieren.
Kristin Klein ist seit 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln, seit 2017 im Forschungsprojekt „Post-Internet Arts Education Research“. Sie studierte Kulturwissenschaft, Kunstpädagogik, Germanistik und Bildungswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, der TU Dresden und der Boston University. Arbeitsschwerpunkt: Kunst und Bildung im Kontext postdigitaler Kulturen.