{"id":2361,"date":"2021-10-26T11:02:33","date_gmt":"2021-10-26T09:02:33","guid":{"rendered":"http:\/\/piaer.net\/?p=2361"},"modified":"2021-10-26T11:02:34","modified_gmt":"2021-10-26T09:02:34","slug":"vortrag-von-martina-leeker-kuenstlerische-forschung-in-digitalen-kulturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/piaer.net\/en\/vortrag-von-martina-leeker-kuenstlerische-forschung-in-digitalen-kulturen\/","title":{"rendered":"Vortrag von Martina Leeker: K\u00fcnstlerische Forschung in digitalen Kulturen"},"content":{"rendered":"\n<p>K\u00fcnstlerische Forschung ist seit den 1990er Jahren <em>en vogue<\/em> und dabei zugleich heftig umstritten. Denn sie stellt im \u201eForschen mit \u00e4sthetischen Mitteln\u201c tradierte Vorstellungen von einer besonderen Bef\u00e4higung zur Kunst oder der Ausgezeichnetheit eines k\u00fcnstlerischen Werkes ebenso in Frage wie solche von verl\u00e4sslichem Wissen und objektivem Forschen. Letztere zeigen sich vielmehr als techno-mediale Produkte und damit als prek\u00e4r, fl\u00fcchtig und ungewiss. Auf Grund dieser epistemischen Ausrichtung soll dieser neue Bereich hierarchische, ausgrenzende und rationalistische Strukturen an Universit\u00e4ten aufl\u00f6sen und sie hin zu einer Institution der Diversit\u00e4t erneuern k\u00f6nnen. Mit dem aus K\u00fcnstlerischer Forschung aufkommenden, sogenannten \u201eanderen Wissen\u201c, das um die unhintergehbare Kontingenz der Existenz, die humane Verwobenheit im Materiellen und Umgebenden sowie die Unerreichbarkeit von Wirklichkeit \u201ewei\u00df\u201c, sollen zudem ob einer gro\u00dfen anthropologischen Relativierung bessere und nachhaltigere Zuk\u00fcnfte sowie gerechtere Gesellschaften denkbar und somit m\u00f6glich werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vortrag soll allerdings nicht <em>nonchalant<\/em> dem Hype auf K\u00fcnstlerische Forschung gefolgt, sondern sie vielmehr auf ihre kulturtechnische Funktionalit\u00e4t und Notwendigkeit in digitalen Kulturen hin befragt werden. Ausgangspunkt ist die These, dass sie da aufkommt, wo mit Digitalit\u00e4t Wissen, Subjekte, Handlungsmacht und als erreichbar und fix gedachte Wirklichkeiten zerbr\u00f6seln. In Frage steht, welche Effekte K\u00fcnstlerische Forschung im Kontext der Automatisierung von Wissen und dessen \u00dcberf\u00fchrung in Ungewissheit und Unsicherheit sowie im Rahmen der Immersion von Subjekten in techno-humane Handlungs-Ensembles haben k\u00f6nnte. Ziel ist es, K\u00fcnstlerische Forschung ausgehend von dieser Analyse reflektiert f\u00fcr das Sein in und den Umgang mit digitalen Kulturen zu betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/martina-leeker.de\/\"><strong>Martina Leeker<\/strong><\/a><\/strong> ist Theater- und Medienwissenschaftlerin (<a href=\"https:\/\/martina-leeker.de\/\">Website<\/a>). Bis 2018 war sie Senior-Researcher am \u201eCentre for Digital Cultures\u201c, Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg. Dort erstellte sie u. a. die Interview-Serie: <a href=\"https:\/\/www.leuphana.de\/en\/research-centers\/cdc\/labs-projects\/cdc-questions.html\">What are Digital Cultures?<\/a> und initiierte die <a href=\"https:\/\/meson.press\/series-page\/digital-cultures-series\/\">Buchreihe \u201eDigital Cultures\u201c<\/a> und ist Teil von deren Herausgeberteam.<br>Derzeit hat sie die Lehrvertretung des Lehrstuhls \u00c4sthetische Theorie und Praxis am Institut f\u00fcr Kunst und Kunsttheorie, Universit\u00e4t K\u00f6ln inne.\u00a0Forschungsschwerpunkte sind: Digitale Kulturen, Theater\/Performance und Digitalit\u00e4t, Art and Technology, K\u00fcnstlerische Forschung, Mimesis, digitale Bildungstheorien sowie Forschung mit performativen Methoden in Speculation-Labs und Wissensperformances.<br>Seit Sommer 2021 konzipiert und organisiert sie Forschung zu Theater\/Performance und Digitalit\u00e4t im <a href=\"https:\/\/therespectfulnettheatrechannel.de\/\">\u201eThe Respectful Nettheatrechannel\u201c<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCA2CMFcmsj_0XKPnwxFX2sA\">YouTube<\/a>)\u00a0und experimentiert mit Performances auf dessen <a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@nettheatrechannel\">\u201eDigital Stage\u201c<\/a> bei TikTok.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Vortrag findet in Form einer Videokonferenz \u00fcber Zoom statt. G\u00e4ste sind herzlich willkommen und erhalten den Link zur Zoom-Veranstaltung bei Tabea Alonso (<a href=\"mailto:talonso1@uni-koeln.de\">talonso1@uni-koeln.de<\/a>).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bildcredits: Der Riese (1983), Dokumentarfilm von Michael Klier, mit Videos von \u00dcberwachungskameras. \u201eSeine Bedeutung liegt weniger in der m\u00f6glichen Suggestion eines \u00dcberwachungsstaates, [\u2026] als vielmehr im ungew\u00f6hnlichen Sichtbarwerden zuf\u00e4lliger Bewegungen, Begegnungen, Gesten und Ereignisse.\u201c (Lexikon des internationalen Films)<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">DETAILS<\/h5>\n\n\n\n<p>8. November 2021<br>16-17:30 Uhr<br>online<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstlerische Forschung ist seit den 1990er Jahren en vogue und dabei zugleich heftig umstritten. 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