{"id":1727,"date":"2018-01-12T12:54:35","date_gmt":"2018-01-12T11:54:35","guid":{"rendered":"http:\/\/piaer.net\/?p=1727"},"modified":"2020-08-13T13:01:18","modified_gmt":"2020-08-13T11:01:18","slug":"vortrag-von-susanne-witzgall-am-12-01-2018-von-amos-world-zu-neuen-raeumen-der-kritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/piaer.net\/en\/vortrag-von-susanne-witzgall-am-12-01-2018-von-amos-world-zu-neuen-raeumen-der-kritik\/","title":{"rendered":"Vortrag von Susanne Witzgall am 12.01.2018: Von \u00bbAmos\u2019 World\u00ab zu neuen R\u00e4umen der Kritik"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Susanne Witzgall: Von &amp;raquo;Amos&amp;rsquo; World&amp;laquo; zu neuen R&amp;auml;umen der Kritik\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/288131451?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"1080\" height=\"608\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abstract<\/h3>\n\n\n\n<p>Ausgehend von C\u00e9cile B. Evans Arbeit Amos\u2019 World: Episode one (2017) n\u00e4hert sich der Vortrag der Frage an, wie in der heutigen kuratorischen oder lehrenden Praxis neue R\u00e4ume f\u00fcr ein kritisches Denken gewonnen werden k\u00f6nnen. Evans erster Teil der Film-Triologie folgt dem Protagonisten Amos, dem Architekten einer sozial-progressiven Wohnsiedlung im Stil des Brutalismus und einigen ihrer Bewohner\/innen. W\u00e4hrend Amos anfangs noch schw\u00e4rmerisch die Vision eines besseren Lebens beschreibt, die durch seine Architektur verwirklicht werden soll, beginnt diese Vision durch Kommentare einer Personifikation des Wetters, sowie die filmischen Portr\u00e4ts der Bewohner\/innen bald erheblich zu br\u00f6ckeln. Zudem wird deutlich, dass Amos Architektur nicht allein f\u00fcr die brutalistischen und kompromisslosen Betongeb\u00e4ude der 1950er bis 1970er Jahre steht. Sie muss vor allem als materialisierte Metapher f\u00fcr die digitalen Infrastrukturen unserer Netzwerkgesellschaft begriffen werden. Die Erz\u00e4hlstr\u00e4nge von Amos world: Episode one vereint einen unkritischen Eskapismus mit einer offenen Kritik an diesen digitalen Infrastrukturen und ihren Utopien \u2013 jedoch nicht ohne diese Kritik wiederum selbst in ihrem Scheitern und ihren M\u00f6glichkeiten zu pr\u00e4sentieren. Abgesehen von diesem pr\u00fcfenden Abtasten der Kritik er\u00f6ffnet die Arbeit drei weitere Perspektiven, die im zweiten k\u00fcrzeren Teil des Vortrags zu drei zentralen, miteinander verwobenen Ansatzpunkten f\u00fcr kritische Denk- und Handlungsweisen entwickelt werden: Der erste deutet den Eskapismus als eine produktive Verweigerung, die im besten Fall eine neue Welt erschlie\u00dfen kann. Der zweite \u00fcbt Kritik an der professionellen Mobilisierung (Pignarre\/Stengers) als ausschlie\u00dfende Einhegung in eigene Paradigmen, Konzepte und Wertma\u00dfst\u00e4be. Der dritte findet im transversalen Denken (Guattari) ein kritisches Werkzeug f\u00fcr das Aufbrechen hegemonialer Logiken und Hierarchien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Info<\/h3>\n\n\n\n<p>Susanne Witzgall ist Initiatorin und wissenschaftliche Leiterin des vom BMBF gef\u00f6rderten cx centrum f\u00fcr interdisziplin\u00e4re studien an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste M\u00fcnchen. Sie studierte Kunstgeschichte, Theaterwissenschaften, Psychologie und Kunstp\u00e4dagogik an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen und der Universit\u00e4t Stuttgart, wo sie 2001 promovierte. Von 2003 bis 2011 lehrte sie am Lehrstuhl f\u00fcr Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste M\u00fcnchen. Dar\u00fcber hinaus war sie als freie Kuratorin und von 1995 bis 2002 als Kuratorin am Deutschen Museum Bonn und Deutschen Museum, M\u00fcnchen t\u00e4tig. Sie ist unter anderem Kuratorin bzw. Cokuratorin der Ausstellungen: Art &amp; Brain II (1997\/1998), Das zweite Gesicht (2002), Say it isn\u2019t so (2007), (Re)designing nature (2010\/2011) sowie Autorin und Herausgeberin zahlreicher B\u00fccher und Aufs\u00e4tze zur zeitgen\u00f6ssischen Kunst, zum Verh\u00e4ltnis von Kunst und Wissenschaft und zu Themen aktueller interdisziplin\u00e4rer Diskurse. Hierzu z\u00e4hlen ihre Monographie Kunst nach der Wissenschaft (Verlag f\u00fcr moderne Kunst, 2003) sowie New Mobility Regimes in Art and Social Sciences (hrsg. mit Gerlinde Vogl und Sven Kesselring, Ashgate, 2013), Macht des Materials\/Politik der Materialit\u00e4t, Fragile Identit\u00e4ten, Die Gegenwart der Zukunft (alle drei hrsg. mit Kerstin Stakemeier, diaphanes, 2014, 2015 und 2016) sowie Reale Magie (2017).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract Ausgehend von C\u00e9cile B. Evans Arbeit Amos\u2019 World: Episode one (2017) n\u00e4hert sich der Vortrag der Frage an, wie in der heutigen kuratorischen oder lehrenden Praxis neue R\u00e4ume f\u00fcr ein kritisches Denken gewonnen werden k\u00f6nnen. 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