{"id":387,"date":"2018-08-10T09:28:49","date_gmt":"2018-08-10T07:28:49","guid":{"rendered":"http:\/\/piaer.net\/?page_id=387"},"modified":"2019-04-15T17:21:01","modified_gmt":"2019-04-15T15:21:01","slug":"aesthetische-praxis-als-medienkritik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/piaer.net\/en\/aesthetische-praxis-als-medienkritik\/","title":{"rendered":"\u00c4sthetische Praxis als Medienkritik"},"content":{"rendered":"<p>About the project <em>\u00c4sthetische Praxis als Medienkritik<\/em> (Laufzeit: <strong>07.2017 bis 02.2018)<\/strong> wurde durch das Grimme-Forschungskolleg an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln finanziert. Angesiedelt an der Professur f\u00fcr \u00c4sthetische Bildung war die Workshop-Reihe Teil des gr\u00f6\u00dferen Forschungsschwerpunktes <em>Post-Internet Arts Education<\/em> des Instituts f\u00fcr Kunst &amp; Kunsttheorie und wurde in Kooperation mit Konstanze Sch\u00fctze (Kuratorin, Berlin) und mit Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut) durchgef\u00fchrt. Das Projekt untersuchte vor dem Hintergrund der Herausforderungen der postdigitalen Gesellschaft aktuelle Formen und Praxen von Kritik. Daf\u00fcr fanden vier interdisziplin\u00e4re Workshops zur \u00e4sthetischen Praxis in der aktuellen Medienkultur und Kunst statt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-539 alignleft\" src=\"http:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/AePrMk_WS1-1-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/AePrMk_WS1-1-211x300.jpg 211w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/AePrMk_WS1-1-768x1090.jpg 768w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/AePrMk_WS1-1-721x1024.jpg 721w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/AePrMk_WS1-1.jpg 839w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>1. Workshop \u201eDigitale Jugendkulturen und Medienkritik\u201c am 20. und 21. Oktober 2017 mit Beitr\u00e4gen von Michael Seemann (Berlin), Nina Sp\u00f6ttling-Metz (Frankfurt), Ellen Wagner (Offenbach), Konstanze Sch\u00fctze (Berlin), Julia Dick, Annemarie Hahn, Kristin Klein, Alex Kl\u00fctsch, Torsten Meyer und Manuel Zahn (alle K\u00f6ln).<\/p>\n<p>Der erste Workshop widmete sich dem Verh\u00e4ltnis von postdigitalen jugendkulturellen Praktiken und dem medienp\u00e4dagogischen Begriff der Medienkritik. Angesichts der aktuellen jugend- und popkulturellen Medienpraktiken, die mit Begriffen wie N\u00e4he, Immersion, Vernetzung, Serialit\u00e4t, Kooperation und Kollaboration assoziiert werden, scheinen die Kritikbegriffe vorliegender Konzeptionen von Medienkompetenz und -bildung, die auf Distanzierung, Vereinzelung und individuelles kognitives Verstehen abzielen, an ihre Grenzen zu kommen. Vor dem Hintergrund der postdigitalen Medienkulturen haben wir vorliegende Verst\u00e4ndnisse von Kritik befragt und nach neuen kritischen Praxen gesucht: Wie zeigt sich kritische Praxis in der aktuellen Medienkultur? Wo setzt sie an, wie verf\u00e4hrt sie und worauf bezieht sie sich?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-540 alignleft\" src=\"http:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-2.1-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-2.1-211x300.jpg 211w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-2.1-768x1090.jpg 768w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-2.1-721x1024.jpg 721w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-2.1.jpg 839w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>2. Workshop \u201eRyan Trecartin: Affirmation, Intensit\u00e4t und Kritik\u201c am 17. und 18. November mit Beitr\u00e4gen von Paula Kommos (Kassel) und Konstanze Sch\u00fctze (Berlin) u.a.<\/p>\n<p>Ryan Trecartins komplexe Videos und Installationen lassen uns die Gegenwart und ihre Eigenheiten in verdichteter Weise erfahren. Insbesondere die Videoarbeiten sind Montagen aus fragmentiertem, vielfach bearbeiteten und neu zusammengef\u00fcgten Material des medialen und kulturellen Alltags \u2013 sprachliche Wendungen, Bilder, Textschnipsel, Produktwerbung, Slogans, u.a.m. Teilweise in starker \u00dcberh\u00f6hung, Verzerrung und extremer Verdichtung de versammelten Elemente und \u00e4sthetischen Figuren inszeniert Trecartin eine \u00fcbers\u00e4ttigte Wahrnehmungssituation kultureller Codes. W\u00e4hrend der erste Eindruck durch die hohe Intensit\u00e4t der Videobilder (bis hin zur \u00dcberforderung der Betrachter*innen) vor allem Strategien der Affirmation oder Immersion in die medienkulturelle Gegenwart vermuten l\u00e4sst, ergibt sich f\u00fcr uns gleichsam die Vermutung mit einer kritischen Praxis konfrontiert zu sein. Dieser Vermutung folgend befragen wir im zweiten Workshop der Reihe Trecartins Arbeit an einem seiner fr\u00fchen Beispiele <em>Re\u2018Search Wait\u2019S<\/em> (2009\u20132010).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-541 alignleft\" src=\"http:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-3.1-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-3.1-211x300.jpg 211w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-3.1.jpg 479w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>3. Workshop \u201eChristopher Kulendran Thomas: Hyperrealit\u00e4t, Spekulation und Kritik\u201c am 8. und 9. Dezember mit Beitr\u00e4gen von Kristin Klein, Alexander Kl\u00fctsch (beide K\u00f6kn), Katja Lell (Z\u00fcrich) und Ellen Wagner (Offenbach).<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnte man die Staatsb\u00fcrgerschaft im Zeitalter globaler Vernetzung und digitalen Nomadentums neu konzipieren? K\u00f6nnte angesichts wieder auflebender Nationalismen in der ganzen Welt und angesichts des abnehmenden Vertrauens der \u00d6ffentlichkeit in bestehende politische Institutionen die Technologie alternative Formen gesellschaftlicher Organisation \u00fcber die Landesgrenzen hinaus erm\u00f6glichen? \u201eWhat if homes were streamable like music or movies and citizenship fluid beyond borders?\u201d \u2013 Diesen Fragen widmen sich die K\u00fcnstler*innen Christopher Kulendran Thomas und Annika Kuhlmann. Gemeinsam gr\u00fcndeten sie mit \u201eNew Eelam\u201c ein Start-Up, das gleicherma\u00dfen k\u00fcnstlerische Utopie ist: ein globales, flexibles Wohnungsabonnement, das den Lebensumst\u00e4nden einer wachsenden Klasse kreativ Arbeitender entspricht. <em>New Eelam<\/em> bezieht sich auf strukturelle Bedingungen und Prozesse von Urbanisierung und Gentrifizierung und deren affirmative Verst\u00e4rkung. Die Verwicklung mit unternehmerischen Praxen und einer Silicon-Valley-Rhetorik stellen tradierte Auffassungen des Kritik-Begriffs in Frage. Die ausgepr\u00e4gte Werbe-\u00c4sthetik der Arbeit multipliziert sich in verschiedenen Settings: Als Start-Up, als Promotionvideo, als Museumsinstallation und Ideologie verstrickt sie sich in unterschiedlichen Formaten zu komplexen Spekulationen auf die Zukunft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-542 alignleft\" src=\"http:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-4.1-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-4.1-211x300.jpg 211w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-4.1-768x1090.jpg 768w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-4.1-721x1024.jpg 721w, https:\/\/piaer.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/WS-4.1.jpg 839w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>4. Workshop \u201e\u00c4sthetische Praxis als Medienkritik\u201c mit Heidrun Allert (Kiel), Manfred Fa\u00dfler (Frankfurt am Main), Susanne Witzgall (M\u00fcnchen) und Manuel Zahn (K\u00f6ln).<\/p>\n<p>Der vierte und letzte Workshop greift den Titel der Workshopserie fragend auf und f\u00fchrt die bis dato erarbeiteten Erkenntnisse hinsichtlich einer m\u00f6glichen Konzeption von \u00e4sthetischer Praxis als kritischer Praxis zusammen. Leitende Fragen sind dabei: Welche Herausforderungen stellen die durch Globalisierung und Digitalisierung ver\u00e4nderten Medienkulturen an kritische Praxis? Befinden wir uns in einem Zustand von Post-Kritik und m\u00fcssen andere Konzepte entwickeln, um individuelle sowie kollektive widerst\u00e4ndige Praktiken unter den ver\u00e4nderten Bedingungen beschreiben zu k\u00f6nnen? Oder k\u00f6nnen wir mit aktuellen k\u00fcnstlerischen Arbeiten der Post-Internet Art Ans\u00e4tze daf\u00fcr finden, wie kritische Praxis in der postdigitalen Medienkultur verstanden werden kann und dementsprechend Kritik \u00fcberdacht werden muss? Diese und weitere Fragen werden wir im Dialog mit anderen bildungstheoretischen, kulturwissenschaftlichen und kuratorischen Positionen zur kritischen Praxis diskutieren.<\/p>\n<p>Ziel des Projekts war es, die k\u00fcnstlerische Praxis und \u00e4sthetische Reflexion ausgew\u00e4hlter K\u00fcnstler*innen als medienkritische Praxis f\u00fcr den erziehungswissenschaftlichen Diskurs (insbesondere f\u00fcr die \u00c4sthetische Bildung und Medienp\u00e4dagogik) zu erschlie\u00dfen. Leitende These dabei war, dass die k\u00fcnstlerischen Arbeiten Aufschluss dar\u00fcber geben, wie kritische Praxis in der postdigitalen Medienkultur verstanden werden kann und dementsprechend in medienbildungstheoretischer Perspektive Medienkritik \u00fcberdacht werden muss.<\/p>\n<p>Das Projekt adressierte Erziehungs- und Medienwissenschaftler*innen, Medienp\u00e4dagog*innen, K\u00fcnstler*innen, Kunstvermittler*innen und Kunstlehrer*innen sowie Studierende, die sich mit Fragen kritischer Medienpraxis besch\u00e4ftigen. Es widmete sich zudem der Nachwuchsf\u00f6rderung, indem es Promovierende und exzellente Studierende der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln im Rahmen der Workshops mit erfahrenen und ausgewiesenen Wissenschaftler*innen, K\u00fcnstler*innen und Kurator*innen zusammenbrachte.<\/p>\n<p>Die Workshops sind auf der Webseite des Grimme-Forschungskollegs dokumentiert: <a href=\"http:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de<\/a><\/p>\n<p>Die Vortr\u00e4ge der Workshops wurden videographiert und auf der Plattform <a href=\"http:\/\/kunst.uni-koeln.de\/monthly\/?tax=cat&amp;term=%C3%84sthetische+Praxis+als+Medienkritik\">kunst.uni-koeln.de\/monthly\/\u00e4sthetische+Praxis+als+Medienkritik<\/a> des Instituts f\u00fcr Kunst &amp; Kunsttheorie und auf <a href=\"http:\/\/piaer.net\/en\/tag\/aesthetische-praxis-als-medienkritik\/\">piaer.net\/vortraege\/aesthetische-praxis-als-medienkritik<\/a>\u00a0publiziert.<\/p>\n<p>Abbildung 1: <a href=\"https:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/\u00c4sthetische-Praxis-als-Medienkritik.pdf\">https:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/\u00c4sthetische-Praxis-als-Medienkritik.pdf<\/a><br \/>\nAbbildung 2: Filmstill aus Ryan Trecartin &amp; Lizzie Fitch \u201eANY EVER\u201c (Trailer, 2012) (<a href=\"https:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Flyer_%C3%84sthetische-Medienpraxis_WS2.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-saferedirecturl=\"https:\/\/www.google.com\/url?q=https:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Flyer_%25C3%2584sthetische-Medienpraxis_WS2.pdf&amp;source=gmail&amp;ust=1546005477299000&amp;usg=AFQjCNHWCLQygIAioMEpDV3fA7gDEG4oTA\">https:\/\/www.grimme-<wbr \/>forschungskolleg.de\/wp-<wbr \/>content\/uploads\/2017\/11\/Flyer_<wbr \/>\u00c4sthetische-Medienpraxis_WS2.<wbr \/>pdf<\/a>)<br \/>\nAbbildung 3: Filmstill aus Christopher Kulendran Thomas \u201eNew Eelam\u201c (Trailer 2016) (<span style=\"color: #444444;\"><a href=\"https:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Aesthetische-Medienpraxis_WS3_Flyer.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-saferedirecturl=\"https:\/\/www.google.com\/url?q=https:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Aesthetische-Medienpraxis_WS3_Flyer.pdf&amp;source=gmail&amp;ust=1546005477299000&amp;usg=AFQjCNGNMV7LiYjW0PjWNMdV-h6di17nqg\">https:\/\/www.grimme-<wbr \/>forschungskolleg.de\/wp-<wbr \/>content\/uploads\/2017\/11\/<wbr \/>Aesthetische-Medienpraxis_WS3_<wbr \/>Flyer.pdf<\/a>)<\/span><br \/>\nAbbildung 4:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Aesthetische-Medienpraxis_WS4.pdf\">https:\/\/www.grimme-forschungskolleg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Aesthetische-Medienpraxis_WS4.pdf<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projekt \u00c4sthetische Praxis als Medienkritik (Laufzeit: 07.2017 bis 02.2018) wurde durch das Grimme-Forschungskolleg an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln finanziert. 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