Aktuelles

Digitaler Rundgang: Prüfungsergebnisse SoSe 2021

SoSe 2021

Viele Modulabschlussprüfungen fanden auch in diesem Semester wieder statt. Eine Auswahl dessen ist im Folgenden zu sehen:

„DEM ANDEREN SO NAH“ / EIN VIDEO VON JULE RICKERT IN FREUNDSCHAFT MIT ALJOSCHA BECKER UND MARIE MÖNKEDIEK

Studiengang: Ästhetische Erziehung
Modul: AM1
Prüferin: Julia Dick

Am Anfang ein schweres drückendes Gefühl. Sie drängt sich mir auf und will angeschaut werden. Obwohl sie so hässlich ist…die Eifersucht. Ich greife sie und fange an sie zu begreifen. Umso intensiver die Auseinandersetzung wird, desto mehr Begriffe gebiert die Eifersucht. Mein Wortschatz für das Gefühl erweitert sich und ich spreche plötzlich über: Konkurrenz, Wut, Selbstwert, Verschmelzung, Nähe, Distanz, Berührung, Identität, Scham.Wie fühlt sich das an, was ich bislang Eifersucht nannte?

VERDAMMT, DAS WLAN IST WEG! / ZEICHNUNGEN VON RONJA STURM

Studiengang: Ästhetische Erziehung
Modul: AM1
Prüferin: Julia Dick

In meinen comichaften Zeichnungen habe ich einen Vergleich zwischen dem vor der Covid-19-Pandemie auftretenden Leben während eines Präsenzsemesters und dem nun gewohnten Alltag während eines Onlinesemesters hergestellt. Dabei habe ich die Perspektive der Studierenden eingenommen, da diese seit dem Start der Pandemie oft übersehen und unbeachtet geblieben ist. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der emotionalen Gefühlslage dieser Personengruppe.

H O C H S E N S I B I L I T AE T / CHARLOTTE BOUTEMY

Studiengang: Kunst
Modul: AM2
Prüferin: Ingrid Roscheck

Was ist eigentlich Hochsensibilität? Ist es ein von der Gesellschaft definierter Trend oder doch ein ernstzunehmendes Phänomen der Realität? Ist es Einbildung oder Wissenschaft? Eine diagnostizierte Krankheit oder eine biologisch verankerte und genetisch bedingte Eigenschaft? Eine Last oder eine Gabe?
Warum beschäftige ich mich ausgerechnet mit diesem Thema? Was und wer inspiriert, interessiert mich? All diese Fragen und noch viele mehr „umkreisen“, verfolgen, faszinieren mich und werden in meiner künstlerischen Arbeit dargestellt. Dabei stoße ich ebenso auf Paradoxa und Zwiespalt – es geht dabei um Extreme, um Reflexion, um Analyse sowie um kontroverse Fragen, mit denen wir im Leben immer wieder aufs Neue konfrontiert werden und die ich als äußerst spannend bzw. als anziehend empfinde.
Das künstlerische Projekt ist somit eine kritische Auseinandersetzung insbesondere mit diversen Identitätsfragen und bricht mit konventionellen Darstellungen unserer Gesellschaft. Es geht um das Auflösen von Tabuthemen. Es bleibt ein hoher Aufklärungsbedarf in der Öffentlichkeit, rund um die Bedeutung und Auswirkungen von Hochsensibilität. Das Projekt spiegelt unter anderem den Prozess bzw. den Weg zu einer Art Selbstfindung im Kontext des öffentlichen Diskurses wider.

Das Kunstprojekt findet über das Format folgender Website statt: https://charlotteboutemy.myportfolio.com

DIE RUINEN MANHEIMS / MARIE HÖLTJE

Studiengang: Kunst
Modul: AM2
Prüferin: Ingrid Roscheck

Für meine AM2 Prüfung habe ich mich mit dem Thema Ruinen auseinandergesetzt. Als Ruinen ,,in the making“ befasste ich mich dafür mit den Dörfern, die im Zuge des Braunkohletagebaus Garzweiler abgerissen werden und wurden. Speziell habe ich mich fotografisch mit dem Dorf Manheim befasst, das sich circa 30 km von Köln befindet und seit 2012 sukzessive umgesiedelt wird. Ab 2022 soll die Fläche von Manheim bergbaulich genutzt werden. Insgesamt sind zwölf Dörfer und 1.600 Einwohner*innen betroffen.
Fotografie war dabei für mich die Antwort auf die Frage: Wie kann ich künstlerisch Widerstand gegen das Verschwinden leisten? Der Blick auf die Ruinen Manheims ist ein flüchtiger, während die Fotografie diesen Blick fixiert und konserviert. Speziell analoge Fotografie empfand ich als passend, da das Medium auch dem Verfall ausgesetzt ist und, wie auch Ruinen, eine Prozesshaftigkeit verkörpert. Dabei ermöglichen Doppelbelichtungen das Festhalten mehrerer Realitätsebenen in einem Bild, wobei ich besonders spannend finde welche Zwischenräume sich zwischen diesen Bildern auftun. Manheim steht nicht für sich allein, sondern in verwobenen Verbindungen zur Abbauzone des Tagebaus, zu RWE, zu der Klimakrise und der Frage wie wir leben wollen.

YOGA / ANNA MAYER

Studiengang: Kunst
Modul: SM3
Prüferin: Olga Holzschuh

Das Video betrachtet postmoderne Spiritualität, als ein Phänomen, welches eingebettet ist in gesellschaftliche Strukturen und sowohl auf diese reagiert, als auch sie reproduziert. Es wird eine „alternative Yogapraxis“ angeboten, welche sich selbst kritisch reflektiert und neue Perspektiven auf das Selbst und die Welt vorschlägt.
„An einer bestimmten Stelle verknüpft sich jeder Faden und vernetzt sich. Diese stark vernetzte Welt stellt hohe Ansprüche an uns. In dieser Welt tragen wir eine Verantwortung.“ (Donna Haraway)
„[…] How do we connect to each other, the earth and the universe?“ (Tabita Rezaire)

SCOPOPHILIA / ANTONIA BURGGRAEF  

Studiengang: Kunst
Modul: BM2
Prüferin: Olga Holzschuh

In Anlehnung an Laura Mulvey’s feministische Filmtheorie habe ich mich in meiner Installation mit der Scopophilia (Schaulust oder Lust am Schauen) beschäftigt, die durch ihren objektifizierenden Blick (gaze) Basis unserer (erotischen) Lust ist. Diesen Blick möchte ich in meiner Arbeit herausfordern und entlarven: In meinen Fotografien ist der weibliche Körper zwar anwesend, aber kaum für unsere Schaulust zugänglich – da kaum erkennbar.

Bildcredits: Anna Mayer

Digitaler Rundgang: Critical Future(s) – Possible Procedures

Im Sommersemester 2021 widmete sich die Seminarreihe + Symposium “Critical Future(s) – Possible Procedures” der Vertiefung des  Semesterthemas. Das Symposium war ein virtuelles Happening und Come-Together aller Seminare und Gäste der Reihe und fand auf den Plattformen MURAL und ZOOM statt.

WEBSITE

Auf der Website  sammelt alle Informationen für die Vorbereitung des Symposiums. Dort wurden Vorträge, Seminare und der Zeitplan vorgestellt. Hier könnt ihr euch durch die Webseite des Symposiums klicken: Symposium

MURAL BOARD

Ein MURAL BOARD namens GARDEN fasst die einzelnen Teile zusammen und versammelt alle Kanäle und Links in Vorbereitung des Symposiums. Zwischen Geweihfarn, Kapernstrauch und treibenden Eisschollen eröffnet der GARDEN in Form eines ausufernden, interaktiven, digitalen Whiteboards einen Raum für die zentrale Organisation der Veranstaltungstermine und Seminarergebnisse. Weitergehend bietet der GARDEN Orientierungen für die kollektive Arbeit an Strategien und Konzepten für eine zugänglichere und gestaltbarere Zukunft. In dem Mural Board findet ihr Einblicke in die Seminare und könnt dort die Ergebnisse entdecken. Jana Wodicka ist die Gärtnerin des Mural-Biotops dieser Veranstaltungsreihe.

LEA DINGER: SEE YOU SOON

This video is a trial to create a sensual and welcoming space for the Online-Symposium Critical Futures(s) Possible Procedures at Institut of Art and Art Theory (University of Cologne). Filming, Writing, reading and researching for material was and still is an intuitive and associative process in which images, sounds and ideas found each other through the urgencies and thinkings of 21st century that are somehow flowing through my bodily consciousness and through my computer. This is not finished. It’s a playful and ongoing exploration and invitation for more perspectives, ideas and materials to join.

NATALIE S. LOVELESS: CRITICAL FUTURE(S) – POSSIBLE PROCEDURES
SEMINARTEILNEHMENDE: MAIKE FIELITZ, VERA HOOS, TATIANA LANGE, ELIAS MÜLLER, JOHANNA MÜLLER, VEDA ZOE NELLISSEN, DRENICA PREKAZI, NADIA RAMZ UND KIMBERLY SCHAFFRATH.

Basierend auf der Fluxus-Praxis des „Event Scores“ untersuchte Natalie Loveless Seminar, wie scored daily actions zur Basis einer persönlichen Performanceforschungspraxis werden können, die gleichzeitig teilbar und öffentlich ist. Scores werden hier zu einem persönlichen Engagement für die lokale tägliche Forschung und sind gleichzeitig eine Einladung an andere, an dieser Forschung teilzuhaben.

In dem 10 day Actions Zine des Seminars sind die individuellen Scores, Performances and Reflektionen ausführlich dargestellt.

SABRINA KOHLHAAS, SOPHIA LANGE, SOPHIA LIU. ECOCURATE

Im Zuge des Seminars „Curating on a Damaged Planet“ von Nada Schroer zur nachhaltigen, kuratorischen Praxis ist das Konzept zur fiktiven Ausstellung ‚Ecocurate‘ entstanden. Eine Ausstellung, die sich zum Ziel setzt, neben der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Klimakrise auch kuratorische, nachhaltige Handlungswege im analogen sowie im digitalen Raum zu präsentieren. Denn nicht nur das bisherige Ausstellen im analogen Raum, sondern auch das erweiterte Ausstellen im digitalen Raum bringt eine kritische Ökobilanz mit sich.

Digitaler Rundgang: FWhite Tears

SoSe 2021

Dozentin: Olga Holzschuh

Seit der Entwicklung der Fotografie stehen Fotografieren, Aneignen und Macht in einem engen Verhältnis. Angefangen bei frühen kolonialen Fotografien im 19.Jahrhundert bis zu den „white savior“ Bildern der sozialen Netzwerke: Fotografie spielt nach wie vor eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der weißen Ordnung. Dabei sind weder die fotografischen Bilder, die produziert werden, noch die Technologie der Fotografie, unschuldig.


So untersuchen etwa Künstler:innen wie Adam Broomberg (Südafrika, 1970) und Oliver Chanarin (Großbritannien, 1971) das Verhältnis von Fotografie und Rassismus unter anderem in ihrer Arbeit "To Photograph the Details of a Dark Horse in Low Light". Diese bezieht sich auf einen Satz aus einer Werbeanzeige, mit der Kodak in den frühen 1980er Jahren auf ein neues Produkt aufmerksam machte. Die Firma hatte einen Negativfilm auf den Markt gebracht, der es erstmals ermöglichte, dunkle Haut genau wiederzugeben.
Durch die Auseinandersetzung mit künstlerischen Positionen vor dem Hintergrund des postkolonialen Diskurses, der antirassistischen Praxis, sowie des critical whiteness, hinterfragt das Seminar die Fotografie als ein machtvolles Instrument der Blickführung (im Kontext ihrer Repräsentationsfunktion) und untersucht die Entwicklungsgeschichte des Mediums und seine Dominanz als eine weiße, normgebende, global wirksame Technik in (post-)kolonialen Gesellschaften. Ebenso ist Köln und seine koloniale Geschichte im Seminar untersucht worden.


Der Titel des Seminars basiert auf dem Dokumentarfilm „Fuck White Tears“ von Annelie Boros aus dem Jahr 2016, der hier ebenso besprochen wird.

AFRIKA VIERTEL / CLAUDIA BERG

Ich habe Fotos von den Straßenschildern im Afrika-Viertel in Nippes gemacht und die dann zusammengefügt mit den ersten Ergebnissen von Google, wenn man den jeweiligen Ort sucht. Dann habe ich das dargestellt, wie Postkarten und diese an dem Ort aufgehängt wo ich es fotografiert habe.

Link zur Arbeit: Afrika Viertel-zusammengefügt

OHNE TITEL / LUISA TÖLLER

Ich habe mich im Rahmen des Seminars „F*** WHITE TEARS“ mit den Spuren des Kolonialismus in Düsseldorf beschäftigt. Ich habe Orte aufgesucht, an denen wir, oft ohne es zu wissen, heute noch den Kolonialismus verherrlichen. Diese Orte habe ich fotografiert und durch Bearbeitung dieser Fotos versucht Wege zu finden, deutlich zu machen, was diese Orte bedeuten.

OHNE TITEL / MAGA LUCIA DULCE KÜHLE

Bei meinen Recherchen bin ich auf mehrere Artikel gestoßen, in denen Betroffene von ihrenmpersönlichen Erfahrungen mit Rassismus berichtet haben. Einige der Beispiele, die sie genannt haben, habe ich hier rausgesucht und sie wie ein Gemälde in einen Rahmen gesetzt. Das Bild soll für sich sprechen und die Menschen, die davor stehen, noch einmal damit konfrontieren,
dass es auch im Jahr 2021 noch ein top aktuelles Problem in unserer Gesellschaft ist und selbst Sätze, die „eigentlich gar nicht böse gemeint sind…“ viele Menschen verletzen und diskriminieren.

OHNE TITEL / SOPHIA DEDES

In welchem Zusammenhang stehen Pflanzen des botanischen Gartens mit alten Kolonialgesellschaften? Blumen aus verschiedenen Teilen der Welt sieht man an fast jeder Ecke, nur wer schaut auch mal hinter die Fassade? Im Rahmen des Seminars habe ich mich genauer mit dem Thema beschäftigt und in meiner Arbeit die Geschichte und Bedeutung hinter der Pflanzenwelt verdeutlicht. Durch meine Arbeit möchte ich die Wichtigkeit des Themas verdeutlichen, welche auch mit der Zeit nicht an Bedeutung verlieren sollte.

BITTER TASTE OF SUGAR CANE / SOPHIA WICKEL

In dieser Arbeit geht es um Pflanzen und ihre koloniale Herkunft – hier speziell die Zuckerrohrpflanze. Rohrzucker wurde vor allem im 16. Jahrhundert in europäischen Karibik–Kolonien von Arbeitssklaven angebaut und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Exportartikel. Umrisse der karibischen Inselkolonien wurden in die Blätter der Zuckerrohrpflanze geschnitten, um die Verletzlichkeit und die irreparablen Konsequenzen für kolonialistische Völker aufzuzeigen.

Link zur Arbeit: Wickel, Sophia_Seminararbeit

Bildcredits: Claudia Berg

Digitaler Rundgang: NETWORK STORIES – Pilze, Netze, Melodien – Relationale Ansätze in der Kunstpädagogik

SoSe 2021

Dozent: Torsten Meyer

Auf welche Weise verorten wir uns in der Welt?
Können Subjekte unabhängig existieren? Welche Austauschprozesse machen uns zu dem, was wir sind?

Lässt sich Bildung als gemeinsamer Netzwerk-Prozess denken?
Wer oder was bildet wen, oder was?
Welche Konsequenzen hat das für die Kunstpädagogik?

Durch eine zunehmende Komplexität des Weltgefüges verändern sich auch die Herausforderungen, denen sich kommende Generationen gegenüber sehen.
Im Feld der Kunstpädagogik lassen sich vor diesem Hintergrund und mit Blick auf aktuelle soziologische und philosophische Theorien neue Wege der Selbst- und Weltverortung entwickeln.

Weltbilder, die auf einer gedanklichen Trennung von bewussten Subjekten und passiven Objekten basieren, wurden hinterfragt und als vernetzte, verwobene und symmetrische Existenzformen neu gedacht. Asymmetrische Machtverhältnisse können so sichtbar und Bildungsprozesse zukunftsfähiger gestaltet werden.

Im Rahmen der NETWORK STORIES wurde eine experimentelle Auseinandersetzung mit relationalen Theorien in der Kunstpädagogik anhand individueller Forschungsprozesse realisiert.
Die Studierenden schauten durch die Netzwerkbrille auf selbstgewählte Themen wie Kreativität, Digitalisierung, internationale Kunstpädagogik, Räume, Kollaboration, Erkenntnistheorie, Verkörperung, Leiblichkeit und Ästhetische Forschung.

Die Gedankenausstellung lädt dazu ein, in den Forschungsprozess der Studierenden einzutauchen und Spekulationen über neue Wege der Kunstpädagogik anzuregen.

Flyer zur Austellung: Ausstellungsflyer Network Stories 2021

Hier geht es zur virtuellen Ausstellung:

https://hubs.mozilla.com/hCRVm6W/room1

Um die Ausstellung zu besuchen wird die Nutzung von Google Chrome oder Firefox empfohlen.
Maximal 25 Personen können sich gleichzeitig in dem virtuellen Raum aufhalten.

Eine Ausstellung des Seminars: Netzwerke, Quasi-Objekte und ein neues Sujet für Kunstpädagogik und Ästhetische Bildung
Seminarleitung: Torsten Meyer
Künstler:innen: Nina Börner, Antonia Brockmann, Annika Conzen, Ornella Daszynski, Jorid Eilts, Corinna Giesen, Monika Giske, Inka Hoffmeister, Cosima von Hohental, Darinka Sophie Key, Aylin Kiziltas, Chiara Ludwig, Alisha Lux, Mila Regneri, Marie Schwarz, Hanna Siebel, Felix Straub und Lea Wezenbeek
Technische Realisierung: Patricia Weber
Ausstellungsplanung: Zoë Haupts, Torsten Meyer, Hanna Siebel

Bildcredits: Grafik © Zoë Haupts

Freie Seminarplätze – Flatness. Räumlichkeit im Bild nach dem Internet

Wo? Flatness. Räumlichkeit im Bild nach dem Internet (Kunst, BM 4), bei Eva Hegge
Wann? Dienstags um 16 Uhr, online and IRL (mbr). Ab 02.11. (Orga-Sitzung am 19.10.)

Willkommen. Im Big Flat. Everything is exposed to everyone; everything becomes equal. Postdigitale Bilder sind flach, der Zoom-Bildschirm ist flach, die Google-Bildersuche auch. Das Thema ist so Gegenwart, dass es wenig fertige Positionen dazu gibt. Das wird also eine gemeinsame Forschungsreise. Künstlerisch, wissenschaftlich-analytisch, kunstpädagogisch. Wir wollen Bilder im Netz auf ihre Räumlichkeit hin anschauen, Texte lesen über Perspektive und Räumlichkeit in (alten und neuen) Bildern und als bildender Faktor. Wir wollen fragen, wie eine veränderte Betrachter*innenposition vor dem Bild, ein neues räumliches und persönliches Verhältnis zwischen Betrachter*innen und Bildern unsere Art der Wahrnehmung, unsere (ästhetische) Erfahrung und Artikulation, vielleicht unsere Identität beeinflussen.
Bei Interesse eine E-Mail an: eva.hegge@uni-koeln.de

Freie Exkursionplätze Berlin: Sampling E-Ecologies

Wo? Im Theater Hebbel am Ufer (HAU Berlin) mit The Mycological Twist


Wann? 26.10.21, 15.-18.12.21, 11.01.2022

Das Spektrum digitaler Performance-Projekte ist groß. Dieses Seminar bietet eine Exkursion zur Untersuchung performativer Strategien im digitalen Raum und reflektiert Gaming als kritische Strategie. Die Veranstaltung ist in Zusammenarbeit mit dem Künstler*innen-Duo Anne de Boer and Eloise Bonneviot (The Mycological Twist) und dem Theater Hebbel am Ufer (HAU Berlin) konzipiert und findet in Berlin statt.

In Gestalt einer “ökologischen Feldforschung” lädt The Mythological Twist zu einer Erkundungsreise digitaler Gaming-Spaces ein, indem sie sich in ihre Landschaften begeben. Als erstes werden wir uns dem Spiel “No Man’s Sky” von Hello Games widmen. In diesem Spiel erforschen die Spieler:innen eine anscheinend unbegrenzte Anzahl von 15. -18.12.21Umgebung erkunden, und zwar mithilfe einer Reihe von Instrumenten der Feldforschung, die an eine digitale Landschaft angepasst werden. Zu der zweiten Etappe laden wir nacheinander eine Reihe von Expert:innen ein, mit uns gemeinsam einen neuen Blick auf das Spiel zu werfen und die Erzählungen und visuellen Welten kritisch zu hinterfragen.

TERMINE:

Vorabtermin Online: 26.10.2021, 09.11.21, 19-20 Uhr
Exkursion nach Berlin: 15.-18.12.21
Nachbesprechung: 11.01.2022, 19.30 Uhr
Anmeldung: Name und Matrikelnummer an Rubina Uenzelmann
Klips:16013.0006

Digitaler Rundgang: LOVE HUMANS

Eine konzentrierte Gelegenheit für Begegnungen mit der Komplexität der Gegenwart – auf Augenhöhe.

Der künstlerisch-praktische Intensivkurs „love humans“ wird von Konstanze Schütze und den Tutor*innen Anja Lomparski und Jana Wodicka organisiert und gestaltet und findet in Kooperation mit Lauren Boyle des New Yorker Kollektivs DIS statt. Der Kurs ist darauf ausgelegt forschend-kreative Prozesse in Gang zu setzen, die in der Erstellung recherche-basierter Konzepte für künstlerische Videoarbeiten à la dis.art münden. Entlang der Genre-Non-Conforming-Edutainement Plattform und weiterer theoretischer Inputs werden vielerlei und teilweise sehr kuriose gesellschaftliche, technologische sowie politische Entwicklungen der Gegenwart in den Blick genommen. Dis.art bietet als Streaming-Service audiovisuelle und filmische Kunst, welche sich mit den 4 Vertikalen nature, nations, capital and identity auseinandersetzt. Die Beiträge haben als gegenspekulative Bildungsangebote den Anspruch unterhaltsam und informativ zugleich zu sein. Sie können nicht in konventionelle Kategorien eingeordnet werden. Boyle bezeichnet dies als produktive Unordnung und notwendige Hybridität. Mit den Worten „Simplification is our enemy“, kommentiert sie in Ihrem Vortrag „Thumbs That Type and Swipe – The DIS Edutainement Network“ eine Abbildung mit der Aufschrift „Train yourself in complexity“.

Der kreative Forschungsprozess, welcher in love humans angestoßen wird, ist in fünf wegleitende Phasen eingeteilt, welche sich auch in dem Community-Mural des Kurses manifestieren. Das Community-Mural ist unser Spielplatz, unser Herzstück, unser Schmelztiegel! Für alle Assignments, Challenges, Ideen, Rechercheergebnisse, Fragen und visuellen Ausbrüche funktioniert es als zentraler Sammelplatz. Am spannendsten wird es, wenn dort aus individuellen Recherchen kollektive Projekte werden.

In den Forschungsphasen kommt es zunächst darauf an sich anhand visuell aufgeladener Arbeitsmethoden thematisch in den Kurs einzufühlen und in die Auseinandersetzung mit dem mannigfaltigen Angebot der Plattform dis.art zu kommen. Anschließend geht es um das Beforschen und Diskutieren von Themenfeldern rund um die Zukunft der Menschheit und die Kommunikation mit außerirdischen Lebensformen, sowie um die Betrachtung und Reflexion von Entwürfen nonlinearer Geschichtsschreibung und Größenordnungen von Zeit und Geld jenseits des alltäglichen Vorstellungsvermögens. Ausgehend von der intensiven Beschäftigung mit Entwicklungen und Fragen der Gegenwart wird in der zweiten Hälfte des Intensivkurses kollaborativ an Konzeptpapieren für eigene Edutainment-Projekte gearbeitet und gefeilt, von denen hier nun eine Auswahl ausgestellt wird.

THE RIGHT NOT TO KNOW. A VIDEO ESSAY BY LEONI DEMAND

Are you entering or leaving a cult when becoming a vegan?
We live in a self-created dualism. A moral backdoor that legitimizes for us to treat some species as friends and to exploit others and let them die for our pleasure. But how can the enlightened person of today really believe that this path is without consequences? We are getting fat, our climate worse, and our resources less. „The Right Not To Know“ ranges from traditional „we’ve always done it this way“ to naked self-awareness. Who is the cult here?

CONCEPTION OF TIME. LILLY KUNZ, VY TRUONG, ANJA WILKE

Time is passing constantly. We follow it blindly with clocks and calendars, yet we are not able to analyse it with a microscope or experiment with it. And time continues to pass. Is it even possible to say what is happening exactly when time passes? Change might be an instance to represent it. For example, the circular motion of the moon around the earth or the earth around the sun indicates the passing of time. Besides of the close connection to the concept of space and the resulting methods of temporal measurement, it is necessary to consider the idea of the subjective perception. The way how lives pass individually through thoughts, feelings, actions and much more is significant for the conception of time that is indeed made by human beings.
// Concept Paper.

FUTHERAPY. LEON WICK

Fears… Overburdening… Struggle for life… Men have broad the blue planet, with little to do but to survive in a meritocracy.
Empathy… Feelings… Pain… Men start recognizing the fragility of their psyche.
Technology… Economical crisis… Data… Men see technology as a way to outsource manpower.
// Conceptpaper & Script.

WHAT COMES NEXT? FELINE KELLERMANN & PAUL GEMBLER

Excuse me honored soul, would you mind taking a look into your future? Not interested? But honored human being, is the future not what your kind has been seeking for as long as it can remember? We would even offer you our knowledge as a clip, so that your brain does not necessarily have to do actual work. So come on, risk a glimpse into what might be in our huge zoom out in time and space from the point of where we are.

Cheers to the pride of creation on its way to its demise.
// Concept paper

Vortrag von Lilli Riettiens: #travelboomerang. Zur medienspezifischen An- und Unter-Ordnung des erblickten ›Anderen‹

Seit einigen Jahren etablieren sich Reiseblogs in sozialen Netzwerken oder auf Websites. Hier dokumentieren Blogger_innen ihr Essen, ihre Unter- und Zusammenkünfte auf Reisen und machen so ihre Routen für Menschen andernorts nachvollziehbar und (in Gedanken) ›nach-gehbar‹. Auch bei Instagram zeichnet sich diese Entwicklung bereits seit Längerem ab, wobei Fotos und kurze Videos mit Hashtags versehen ›um die Welt gehen‹ und polychrone wie polylokale Reiseerfahrungen für die Betrachtenden möglich machen. Unter dem Hashtag #travelboomerang lassen sich seit 2016 so genannte boomerangs auf Instagram finden, die (angeblich) auf Reisen produziert wurden. Im Rahmen des Vortrages nehme ich die Darstellungen unter dem #travelboomerang zum Anlass für eine theoretische Reflexion spezifischer Bildpraxen im Kontext von Reisen. Denn vor dem Hintergrund, dass digitale (Mikro-)Formate wie boomerangs als Teil von »Digitalisierungsprozesse[n] zu einer Rekonfiguration von Praktiken der Wahrnehmung und des Wissens bei[tragen]« (Jörissen 2020, 341), wird die Notwendigkeit deutlich, sich im Anschluss an postkoloniale Lesarten mit derartigen Prägungen des Blickens zu befassen.

Dr. Lilli Riettiens ist Erziehungswissenschaftlerin und vertritt derzeit die Juniorprofessur für Mediendidaktik und Medienpädagogik an der Universität zu Köln. Sie forscht und lehrt zu Bildungs- und Subjektivierungsprozessen im Zusammenspiel von Gender, ›Kultur‹ und Medien und rückt dabei mit Blick auf Fragen der Digitalität auch Auswirkungen auf pädagogisches Handeln in den Fokus. Sie führte das Konzept Doing Journeys in den Forschungsdiskurs ein.

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe Ringvorlesung Intermedia und findet via Zoom (Meeting-ID: 994 4548 3393, Passwort: 457694) statt.

Bildcredits: Benoit Dupont „Timesquare“ (CC BY-NC-SA 2.0)

Datum: 02. November
Zeit: 18:00 – 19:30

Digitaler Rundgang SoSe 2021

Mittlerweile haben wir schon drei Semester zu Hause studiert, gezoomt, geschrieben, gelesen und vor allem künstlerisch gearbeitet. Zum dritten Mal stellen diese Kunst jetzt aus – nicht zu Hause und nicht in der Uni, sondern hier – digital.

Unter der Rubrik Seminarpräsentationen gibt es jetzt Arbeiten aus den Seminaren des Sommersemesters 2021 zu sehen. Unter anderem mit Einblicken in Netzwerke, Zombies oder Sperrmüll.

LISTE DER BEITRÄGE DES DIGITALEN RUNDGANGS SOMMERSEMESTER 2021

Bildcredits: Marie Höltje

Digitaler Rundgang: Fotografie und generative Bildsysteme

SoSe 2021

Dozentin: Olga Holzschuh

Die Aufgabe der Fotografie in ihrem Ursprung bestand darin flüchtige Bilder auf lichtsensitiven Materialien für längere Zeit fixieren zu können. Die Fotografie oder Photographie (altgriechisch übersetzt „zeichnen mit Licht“) ist hierbei stark an seine Materialität gebunden gewesen. In den 1990er und 2000er Jahren wurde durch „das Digitale“ und dessen materiellen fotochemischen Verlust das Medium der Fotografie, mit seiner wirklichkeitsabbildenden Eigenschaft, vor allem von der Fotografietheorie stark hinterfragt. Das „Ende der Fotografie“ wurde hierbei viel diskutiert.

Die Konditionen und Praktiken der Fotografie haben sich nicht nur mit der Digitalisierung, sondern vor allem mit der Bildzirkulation im Internet und den neuen Technologien ebenso stark verändert wie dessen Materialität.

Das Seminar beschäftigt sich mit verschiedener Materialität von Fotografie (analog & digital), dessen Eigenschaften, Bedeutungen, Praktiken und verschiedenen materiellen Einschreibungsprozesse mit dem Fokus auf künstlerische Praxis. Über die etablierten Unterscheidungen, analog – digital und materiell – immateriell, setzen wir uns mit verschiedenen hybriden Formen, sowie computergenerierter Bilder, die vor allem künstlerische Positionen offenbaren, auseinander.

GELENKTE BILDER / FRANZISKA BÖHMER

„Was eine Zeit für abbildungswürdig hielt, kann uns Aufschlüsse über ihr Selbstverständnis geben […] Das Bild […] ist Zeugnis eines Selbstbildes oder erwünschten Fremdbildes.“ (Hesse 2013)

In meinem Projekt habe ich Bilder aus der NS-Zeit, welche ich in Fotoalben meiner Großmutter gefunden habe, digital manipuliert, um die fotografische Inszenierung von geschlechtlichen Stereotypen dieser Zeit zu hinterfragen.

Link zur Arbeit: Generative Bildsysteme Projekt Franziska Böhmer

OHNE TITEL / JANA SADLOWSKI

Durch Filter sollen Fotos automatisch verschönert werden. Wie funktionieren die dafür verwendeten Algorithmen? Diese Frage habe ich anhand fehlerhafter Bilder untersucht, da hier die Vorgehensweisen der Algorithmen sichtbar werden. Die Bilder sind durch Apps enststanden, die zum einen Gesichter älter aussehen lassen und zum anderen zwei Gesichter verschmelzen. Um Fehler zu provozieren, habe ich für Letzteres je zwei sehr unterschiedliche Bilder verwendet. Die Unterschiede lagen zum Beispiel in der Blickrichtung der abgebildeten Person, der Belichtung oder den Farben.

Link zur Arbeit: Jana Sadlowski

Bildcredits: Jana Sadlowski

Gastvortrag von Judith Ackermann: Bildung, Politik und Performance als 60sek-Dauerschleife? Einblicke in die Welt und hinter die Kulissen von TikTok

Soziale Medien ermöglichen es Nutzer*innen eigene Inhalte zu generieren und miteinander zu teilen. Die Plattformen befördern dabei über ihre technisch-gestalterische Verfasstheit spezifische Handlungs- und Kommunikationsmuster, die sich in die Beiträge der Nutzenden einschreiben. TikTok ist im Vergleich zu anderen Social Media Plattformen stärker auf die Bereiche Kreativität, Fiktion und Performance ausgerichtet. Im Zentrum der App stehen nutzer*innengenerierte Videoclips, die maximal eine Minute umfassen und über gemeinsame Sounds, identische Choreografien und thematische Kategorisierungen miteinander in Verbindung gesetzt werden. Der sogenannten #ForYou-Feed spielt Tanzperformances, Bildungsinhalte und politische Meinungsmache scheinbar gleichberechtigt nebeneinander aus und präsentiert sie den Nutzer*innen als mehrdimensionale Endlosschleife. Der Vortrag zeigt in diesem Kontext Affordanzen, Limitationen und kreative Aneignungsphänomene von TikTok auf und bildet diese auf die Produktions- und Rezeptionsgewohnheiten sowie die Erwartungshaltungen in Bezug auf die (ästhetische) Ausgestaltung der Inhalte ab.

Judith Ackermann ist Forschungsprofessorin für Digitale und vernetzte Medien in der Sozialen Arbeit an der FH Potsdam. Seit 2017 leitet sie anteilig das BMBF-Projekt „Postdigitale Kunstpraktiken in der Kulturellen Bildung“ (PKKB) und seit 2019 anteilig das Projekt „Digitale Inklusion im Kontext Sozialer Angststörungen“ (DISA). In ihrer Forschung befasst sie sich mit den Potenzialen der Digitalisierung für Gesellschaft und Kultur. Ackermann ist wissenschaftlicher Beirat der Akademie für Theater und Digitalität Dortmund und betreibt seit August 2020 als @dieprofessorin Wissenschaftskommunikation auf TikTok.

Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden, externe Interessierte etc. sind herzlich eingeladen. Bedingt durch die Corona-Pandemie finden die Vortragsveranstaltungen im Wintersemester 21/22 online via Zoom statt.

Zugangsdaten sowie weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie im Ilias Ordner “Kunstpädagogische Positionen” (Externe Interessierte melden sich bitte per Mail bei Carolin Jakob: cjakob4@uni-koeln.de).

Bildcredits: Judtih Ackermann

Datum: 28. Oktober
Zeit: 18:00 – 19:30

Vortrag von Francesca Schmidt: Digitalisierung feministisch gestalten. Netzpolitik für und in der digitalen Gesellschaft ist einem steten Wandel unterworfen.

Ein mögliches Digitalministerium steht mal wieder auf der politischen Agenda. Doch fehlen oft intersektionale feministische Perspektiven und Handlungsoptionen. Digitalisierung, die mittels Netzpolitik gesteuert werden soll(te), wird so oft zu einem Tool das gesellschaftliche Ausschlüsse weiter manifestiert. In dem Vortrag wird es vor allem darum gehen, welche regulativen netzpolitischen Felder es gibt und wie sie feministisch ausgedeutet werden können. Ein kurzer Blick in die Praxis der Bekämpfung von digitaler Gewalt zeigt wie wichtig intersektional feministische Ansätze für die Ausgestaltung des Internets sind.

Francesca Schmidt hat in Heidelberg und Berlin Germanistik, germanistische Linguistik und Gesellschaft, Geschichte und Politik Südasien studiert und schloss mit einer Arbeit zur Erinnerungskultur in Marlene Haushofers Prosa ab.

Ihr Buch „Netzpolitik. Eine feministische Einführung“ ist 2020 im Barbara Budrich Verlag erschienen. Sie ist Gründungsmitglied und Vorständin von Netzforma* e.V. – Verein für feministische Netzpolitik. Im FFBIZ e.V. ist sie ebenfalls als Vorstandin tätig.

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe Ringvorlesung Intermedia und findet via Zoom statt.

Bildcredits: https://unsplash.com/photos/yqLrqIsl294